Thüringenkolleg Weimar schließt für neue Studierende – Proteste gegen Bildungsminister

Tim Richter
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Ein Plakat mit Text über Flüchtlinge, die Gebührenbefreiungen für Coursera-Kurse erhalten, mit mehreren Personen im Hintergrund.Tim Richter

CDU-Abgeordneter hofft auf Lösung für Thüringen-Kolleg - Thüringenkolleg Weimar schließt für neue Studierende – Proteste gegen Bildungsminister

Thüringens Thüringenkolleg stellt Aufnahme neuer Studierender ein

Das von Landesmitteln finanzierte Thüringenkolleg Weimar, eine Bildungseinrichtung für Erwachsene, die ihr Abitur nachholen möchten, wird ab dem kommenden akademischen Jahr keine neuen Studierenden mehr aufnehmen. Das Thüringer Bildungsministerium begründet die Schließung mit hohen Betriebskosten und geringen Abschlusszahlen. Kritiker hingegen betonen, dass die Einrichtung eine unverzichtbare zweite Chance für Menschen bietet, die früher im Leben keine Möglichkeit auf einen höheren Schulabschluss hatten.

Das Thüringenkolleg ermöglicht Erwachsenen in einem dreijährigen Programm das Nachholen des Abiturs – der Voraussetzung für ein Hochschulstudium. Im vergangenen Jahr schlossen jedoch nur 25 Studierende das Programm erfolgreich ab, während die jährlichen Betriebskosten bei rund einer Million Euro lagen. Das Ministerium hat nun beschlossen, keine neuen Bewerber mehr aufzunehmen, bestehende Studierende können ihr Studium jedoch noch abschließen.

Gegen die Schließung regt sich Widerstand aus verschiedenen Lagern. Der CDU-Abgeordnete Lennart Geibert unterstrich die Bedeutung des Kollegs als "zweite Bildungsweg" und forderte das Ministerium auf, eine Lösung zu finden, um den Standort zu erhalten. Gleichzeitig verlangte Ulrike Grosse-Röthig, bildungspolitische Sprecherin der Linken, von Bildungsminister Christian Tischner (CDU), die Entscheidung zurückzunehmen. Sie kündigte an, das Thema in der nächsten Sitzung des Bildungsausschusses auf die Tagesordnung zu setzen.

Geibert zeigt sich optimistisch, dass das Ministerium noch eine Alternative vorlegen wird, bevor die Schließung vollständig umgesetzt wird. Die Linke, die in Thüringen derzeit in der Opposition sitzt, hat angekündigt, die Entscheidung in den kommenden Wochen anzufechten.

Die geplante Schließung verringert die Möglichkeiten für Erwachsene in Thüringen, das Abitur über ein spezialisiertes Kolleg nachzuholen. Zwar gibt es Alternativen wie Volkshochschulen oder Fernlehrgänge, doch der Verlust des Thüringenkollegs bedeutet das Ende einer langjährigen Einrichtung, die speziell auf die Bedürfnisse älterer Lernender zugeschnitten war. Die endgültige Entscheidung liegt nun beim Bildungsministerium, das mit wachsendem Druck konfrontiert ist, seine Pläne zu überdenken.

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