7 % Mehrwertsteuer auf Restaurantbesuche – wer profitiert wirklich von der Senkung?

Amelie Brandt
Amelie Brandt
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Ein Plakat mit zwei Personen vor Bergen und Bäumen und dem Text "Was unser freier Handel bedeutet - Britischer Granit Arbeiter - Die Fair-Wage-Klausel ist in Ordnung, aber ich will Arbeit."Amelie Brandt

7 % Mehrwertsteuer auf Restaurantbesuche – wer profitiert wirklich von der Senkung?

Seit Januar 2026 gilt in ganz Deutschland ein ermäßigter Mehrwertsteuersatz von 7 % auf Restaurantmahlzeiten. Die Senkung sollte die finanzielle Belastung der Gastronomiebranche verringern. Kritiker hingegen bemängeln, dass weder Beschäftigte noch Gäste spürbar von der Steuerentlastung profitieren.

Der reduzierte Steuersatz ersetzte die bisherigen 19 % auf Speisen, die in Restaurants verzehrt werden. Bei einem Kundenausgabe von 10 Euro verbleiben den Betrieben nun 95 Cent mehr. Dennoch stiegen die Preise in deutschen Restaurants im Januar 2026 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 3,6 %.

Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband Hessen (DEHOGA) betont, die Steuererleichterung sei für kämpfende Betriebe unverzichtbar. Laut Verband fließen die Einsparungen in die Mitarbeiterfortbildung, Qualitätsverbesserungen und Modernisierungen. Eine Umfrage vom Dezember 2025 ergab, dass viele Gaststätten die zusätzlichen Mittel nutzen, um Arbeitsplätze zu sichern und ihre Betriebe aufzuwerten.

Allein in Wiesbaden sind rund 620 Restaurants, Bars und Cafés von der Änderung betroffen. Die Branche beschäftigt in der Stadt etwa 7.200 Menschen, wobei der Tariflohn für voll qualifizierte Fachkräfte bei 16,74 Euro pro Stunde liegt. Doch die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) Rhein-Main stellt fest, dass weder Angestellte noch Kunden nennenswert von der Steuersenkung profitieren.

DEHOGA-Präsident Robert Mangold verteidigt die Maßnahme und argumentiert, sie schaffe eine gerechtere Besteuerung im Vergleich zu Mitnahmeessen. Die Senkung helfe zudem, die allgemeinen wirtschaftlichen Herausforderungen der Branche abzufedern.

Zwar verbleibt den Gastronomen durch den gesenkten Mehrwertsteuersatz mehr Umsatz pro Verkauf, doch Preissenkungen für Gäste bleiben begrenzt. Während die Betriebe betonen, in Personal und Ausstattung zu investieren, zweifeln Gewerkschaften daran, ob die Vorteile tatsächlich bei den Beschäftigten oder Kunden ankommen. Unklar bleibt, welche langfristigen Auswirkungen die Reform auf Löhne und Speisekartenpreise in Wiesbaden und darüber hinaus haben wird.

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