Karl Rehbein: Hanaus "Vater der Stadt" und sein Vermächtnis nach 1945
Karl Rehbein: Hanaus "Vater der Stadt" und sein Vermächtnis nach 1945
Karl Rehbein, ein gelernter Goldschmied und lebenslanger Hanauer, wurde nach dem Zweiten Weltkrieg der erste frei gewählte Oberbürgermeister der Stadt. Seine politische Laufbahn umfasste Jahrzehnte und war geprägt von Widerstandsfähigkeit angesichts nationalsozialistischer Verfolgung sowie einem nachhaltigen Einfluss auf den Wiederaufbau Hanaus nach 1945.
Geboren am 14. Oktober 1885 in Hanau, begann Rehbein sein Berufsleben als Goldschmied. 1902 trat er der Deutschen Metallarbeiter-Gewerkschaft bei, drei Jahre später der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD). Zwischen 1907 und 1909 leistete er seinen Militärdienst ab und diente später im Ersten Weltkrieg als Sanitäter.
1920 stieg Rehbein in die Kommunalpolitik ein und arbeitete bis 1933 als Stadtrat. Unter der NS-Herrschaft wurde er wegen seines Widerstands von 1936 bis 1945 in Konzentrationslagern inhaftiert. Nach Kriegsende nahm er schnell wieder öffentliche Ämter wahr und gehörte 1946 dem Beratenden Landesausschuss Groß-Hessens an.
Noch im selben Jahr wurde er zum Oberbürgermeister von Hanau gewählt – ein Amt, das er bis zu seinem Tod am 3. März 1956 ausübte. Zudem leitete er ab 1945 die Polizei und trug maßgeblich zum Wiederaufbau demokratischer Strukturen in der Stadt bei. Für sein Wirken erhielt er den Ehrennamen "Vater der Stadt" und wurde 1955 mit dem Großen Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet.
Rehbeins Führung prägte die Nachkriegsentwicklung Hanaus entscheidend. Sein jahrzehntelanges Engagement – von den frühen Jahren in der Gewerkschaftsarbeit bis zu seiner Amtszeit als Oberbürgermeister – hinterließ bleibende Spuren. Die Achtung, die man ihm entgegenbrachte, spiegelt sowohl seine politische Hingabe als auch seine persönliche Standhaftigkeit wider.
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