Kirchen prüfen antisemitische Kunst: Dialog statt Verdrängung

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Ein Plakat mit einer Zeichnung einer Kirche mit einem Kreuz darauf, umgeben von verschiedenen Gegenständen, mit dem Text "Kirche der Versöhnung am Nerl" unten.Admin User

Kirchen prüfen antisemitische Kunst: Dialog statt Verdrängung

Großangelegte Prüfung antisemitischer und NS-zeitlicher Kunst in Kirchen läuft

Die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz leitet eine umfassende Untersuchung ein, um problematische Werke in ihren Sakralräumen zu identifizieren und aufzuarbeiten. Ziel der Initiative ist es, Schweigen durch offenen Dialog und Transparenz durch gründliche Analyse zu ersetzen.

Im Mittelpunkt der kirchlichen Recherche stehen Reliefs, Skulpturen und Wandgemälde, die jahrhundertealte christliche Traditionen tragen – und oft auch antisemitische Vorurteile. Statt diese Werke zu verbergen oder zu ignorieren, setzt das Projekt auf eine direkte Auseinandersetzung. Pfarrerin Marion Gardei, die Beauftragte der Kirche für Erinnerungskultur, wird die bisherigen Erkenntnisse am 22. Januar im Haus an der Marktkirche in Wiesbaden präsentieren.

Die Veranstaltung ist Teil der Wiesbadener Reihe "27. Januar – Gedenken an die Opfer", die gemeinsam vom Evangelischen Dekanat Wiesbaden, der Jüdischen Gemeinde Wiesbaden und der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit organisiert wird. Im Anschluss an Gardeis Bericht folgt eine Podiumsdiskussion mit Pfarrer Markus Zink, Pfarrer Peter Noss und weiteren Fachleuten. Sie werden erörtern, wie historische Verantwortung mit den Bedürfnissen moderner Glaubensgemeinschaften in Einklang gebracht werden kann. Die Veranstalter betonen, dass die Initiative ein klares Signal setzt: Antisemitische Kunst dürfe nicht unwidersprochen bleiben. Erinnerung, so ihre Argumentation, verlange sowohl moralische Klarheit als auch Räume für Verhandlung.

Der Prüfprozess markiert einen Wandel – weg von Verdrängung, hin zu aktiver Auseinandersetzung. Kirchen in der Region sichten nun systematisch ihre Räume nach belasteter Bildsprache. Die Wiesbadener Veranstaltung wird die bereits unternommenen Schritte und die noch ausstehenden Debatten thematisieren, um dieses Erbe zu bewältigen.

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