Wie Sexpuppen Geschlechterbilder und Medien prägen – ein taz Queer Talk mit Susanne Regener
Amelie BrandtWie Sexpuppen Geschlechterbilder und Medien prägen – ein taz Queer Talk mit Susanne Regener
Die Kulturwissenschaftlerin Susanne Regener wird bei einem bevorstehenden taz Queer Talk über die mediale Darstellung von Sexpuppen sprechen. Die von taz-Redakteur Jan Feddersen moderierte Veranstaltung untersucht, wie diese Objekte Geschlechterverhältnisse und gesellschaftliche Vorstellungen prägen. Regener forscht seit Jahrzehnten zu diesem Thema – von der Vermarktung der Puppen bis hin zu ethischen Debatten.
Regener, emeritierte Professorin an der Universität Siegen, ist Expertin für visuelle Kultur. Ihre Arbeit umfasst die Repräsentation marginalisierter Gruppen, darunter auch Nutzer:innen von Sexpuppen. Zudem hinterfragt sie, ob Puppen reale Frauen in Beziehungen ersetzen könnten.
Ihre Studien gehen jedoch über Sexpuppen hinaus: Sie beschäftigt sich mit True Crime, weiblicher Bildsprache, KI und Liebe sowie der Symbolik der Hand. Beim taz Queer Talk wird sie erläutern, wie Puppen in den Medien des letzten Jahrhunderts dargestellt wurden.
Die Veranstaltung wird gemeinsam mit Queer Nations e.V., einer Berliner Initiative, organisiert. Feddersen, der die taz Talks und das taz lab kuratiert, wird die Diskussion leiten. Dabei dürften auch globale rechtliche Unterschiede thematisiert werden: Während Deutschland kindchenhafte Sexpuppen 2020 verbot, setzen Länder wie Japan und die USA auf ethische Debatten statt auf Verbote. Versuche, solche Puppen in den Niederlanden und Großbritannien zwischen 2018 und 2022 zu ächten, scheiterten am fehlenden Nachweis eines Zusammenhangs mit realen Missbrauchsfällen.
Regener analysiert zudem, wie Hersteller:innen Sexpuppen vermarkten und wie Besitzer:innen mit ihnen interagieren. Ihre Forschung zeigt die komplexen sozialen und psychologischen Dynamiken hinter diesen Objekten auf.
Der taz Queer Talk wird Regeners Expertise zu Sexpuppen, Geschlecht und Medien zusammenbringen. Die Diskussion könnte neue Perspektiven auf sich wandelnde Einstellungen zu Intimität, Technologie und Repräsentation eröffnen. Weltweit prägen rechtliche und ethische Debatten weiterhin die Auseinandersetzung mit dem Thema.






