ABC stoppt The Bachelorette mit Taylor Frankie Paul nach Gewaltvorwürfen
Lina LangeABC stoppt The Bachelorette mit Taylor Frankie Paul nach Gewaltvorwürfen
ABC hat eine gesamte Staffel von The Bachelorette mit Taylor Frankie Paul abgesagt – ein seltener Schritt für das langjährige Format. Die Entscheidung folgt auf die Veröffentlichung eines Videos aus dem Jahr 2023, das Paul in einer gewalttätigen Auseinandersetzung mit ihrem ehemaligen Partner zeigt. Der aktuelle Skandal reiht sich ein in eine lange Geschichte von Kontroversen rund um den Umgang der Show mit Vielfalt und Verhaltensfragen.
Die abgesagte Staffel sollte Taylor Frankie Paul in den Mittelpunkt stellen, deren Vergangenheit nach der Veröffentlichung von Aufnahmen kritisch hinterfragt wurde. Auf den Bildern ist zu sehen, wie sie ihren Ex-Partner angeblich schlägt, tritt und mit Stühlen bewirft. Da ihre junge Tochter Zeugin des Vorfalls wurde, entschied sich ABC, die bereits fertige Staffel nicht auszustrahlen – ein ungewöhnlicher Schritt, da das Format Probleme normalerweise in Echtzeit aufarbeitet.
Die Bachelor-Reihe steht seit Langem in der Kritik, zu wenig Vielfalt abzubilden. Eine 2012 eingereichte, später abgewiesene Klage warf den Produzenten vor, Bewerber:innen mit Migrationshintergrund systematisch von Hauptrollen auszuschließen. Durch öffentlichen Druck wurde Rachel Lindsay 2017 zur ersten schwarzen Protagonistin, gefolgt von Matt James als erstem schwarzen Bachelor 2020. Jenn Tran machte 2024 dann als erste asiatisch-amerikanische Hauptfigur des Formats Geschichte.
Auch der Umgang mit Rassismus und LGBTQ+-Themen sorgte immer wieder für Aufsehen. 2021 trat der langjährige Moderator Chris Harrison zurück, nachdem er die Teilnehmerin Rachael Kirkconnell verteidigt hatte, die an einer Veranstaltung im Stil einer Plantage aus der Zeit vor dem Bürgerkrieg teilgenommen und sich als Native American verkleidet hatte. Bereits 2014 hatte der ehemalige Bachelor Juan Pablo Galavis mit der Aussage für Empörung gesorgt, ein schwuler oder bisexueller Mann dürfe nicht die Hauptrolle übernehmen, da Schwule "in gewisser Weise perverser" seien.
Hauptdarsteller:innen und Kandidat:innen mit Migrationshintergrund waren häufig rassistischen Kommentaren und verstärkter öffentlicher Kritik ausgesetzt. Trotz langsamer Fortschritte bei der Repräsentation kämpft das Format weiterhin mit seinem Erbe der Ausgrenzung und wiederkehrenden PR-Krisen.
Die Absage von Pauls Staffel unterstreicht, dass ABC bereit ist, bei schweren Vorwürfen konsequent zu handeln. Gleichzeitig zeigt sie, wie sehr das Format weiterhin mit Themen wie Vielfalt, Verantwortung und dem Verhalten seiner Teilnehmer:innen hadert. Nun bleibt abzuwarten, wie die Show diese Herausforderungen in Zukunft angehen wird.






