16 April 2026, 06:09

Schulgewalt-Debatte eskaliert: Wer trägt die Verantwortung für steigende Aggression?

Plakat für die deutsche Revolution 1910, das eine Gruppe von Menschen und eine Krone zeigt und Text enthält.

Schulgewalt-Debatte eskaliert: Wer trägt die Verantwortung für steigende Aggression?

In Deutschland ist eine hitzige Debatte über die Ursachen von steigender Gewalt und Mobbing an Schulen entbrannt. Auslöser sind zwei Anträge der rechtspopulistischen AfD, die eine strengere Erfassung von Schulgewalt sowie Maßnahmen gegen religiös motivierte Angriffe forderten. Kritiker werfen der Partei jedoch vor, die eigentlichen Hintergründe des Problems zu ignorieren.

Fast jeder fünfte Schüler in Deutschland ist mittlerweile von Cybermobbing betroffen, während Polizeistatistiken einen deutlichen Anstieg gewalttätiger Vorfälle in allen Bundesländern zeigen.

Die AfD-Anträge wurden im Bundestag eingebracht und zielen auf eine systematischere Dokumentation von Schulgewalt ab. Die stellvertretende Parteivorsitzende Beatrix von Storch machte Migration als zentralen Faktor für die zunehmende Aggression aus. Später warf sie der SPD-Bildungspolitikerin und Vorsitzenden des Bildungsausschusses, Saskia Esken, vor, die Schwere des Problems zu verharmlosen.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Esken wies die Vorwürfe der AfD entschieden zurück. Die Verknüpfung von Schulgewalt mit Migration übersehe die eigentlichen Ursachen, etwa das Fehlen von Konfliktlösungsstrategien im Unterricht, betonte sie. Zwar bestätigte sie den Anstieg von Mobbing und gewalttätigen Zwischenfällen, doch müssten Lösungen vor allem darauf abzielen, junge Menschen darin zu schulen, Streitigkeiten friedlich beizulegen.

Die Anträge wurden schließlich zur weiteren Prüfung an die zuständigen Bundestagsausschüsse überwiesen. Unterdessen zeigen aktuelle Daten, dass polizeilich erfasste Gewaltdelikte an Schulen bundesweit stark zugenommen haben – was die Dringlichkeit der Debatte unterstreicht.

Der Streit offenbart tiefe Gräben bei der Frage, wie Schulgewalt in Deutschland bekämpft werden soll. Angesichts der Tatsache, dass fast 20 Prozent der Schüler von Cybermobbing betroffen sind und körperliche Angriffe zunehmen, steht die Politik unter Druck, wirksame Lösungen zu finden. Die nächsten Schritte hängen nun von der Bewertung der AfD-Vorschläge durch die Ausschüsse ab.

Quelle