Nouripour attackiert deutsche Iran-Politik: "Wir reagieren nur, statt zu handeln"
Lina LangeNouripour attackiert deutsche Iran-Politik: "Wir reagieren nur, statt zu handeln"
Omid Nouripour, Vizepräsident des Bundestags und außenpolitischer Experte der Grünen, hat die deutsche Iran-Politik scharf kritisiert. Er wirft der Bundesregierung vor, mit ihrer aktuellen Strategie lediglich auf Ereignisse zu reagieren, statt sie aktiv mitzugestalten. Seine Äußerungen fallen in eine Zeit zunehmender Spannungen in der Straße von Hormus und stockender diplomatischer Bemühungen.
Nouripour warf Außenminister Johann Wadephul Untätigkeit vor und forderte, Deutschland müsse eine Führungsrolle bei der Wiederbelebung der Verhandlungen übernehmen. Er betonte, der Iran gehe derzeit davon aus, in den Gesprächen die stärkere Position innezuhaben. Zugleich wies der Politiker Berichte über eine Waffenruhe zurück – der Begriff spiegle die Realität nicht wider.
Die jüngsten Angriffe des Iran auf zivile Frachtschiffe in der Straße von Hormus haben die Besorgnis weiter verschärft. Nouripour bezeichnete die Lage als inakzeptabel und warnte, die Instabilität in der Region erfordere dringendes Handeln. Statt auf andere zu warten, solle Deutschland eigene diplomatische Initiativen ergreifen.
Die Kritik des Grünen-Politikers unterstreicht die wachsende Unzufriedenheit mit der Berliner Iran-Politik. Seine Forderungen nach proaktiven Schritten zielen darauf ab, den wahrgenommenen Verhandlungsvorteil des Iran auszugleichen. Nun rückt in den Fokus, ob Deutschland angesichts der eskalierenden Krise seine Haltung anpassen wird.






