Neues Digitales-Gesundheitsgesetz: Was die Reform für Patienten und Ärzte ändert
Lina LangeNeues Digitales-Gesundheitsgesetz: Was die Reform für Patienten und Ärzte ändert
Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) hat Pläne für ein neues Digitales-Gesundheitsgesetz vorgestellt. Das Vorhaben zielt darauf ab, die digitale Infrastruktur im Gesundheitswesen zu verbessern – mit besonderem Fokus auf die Stärkung der gematik, der Behörde, die für diese Systeme zuständig ist. Zu den zentralen Neuerungen gehören Modernisierungen der elektronischen Patientenakte (ePA) und der Telematikinfrastruktur (TI). Doch bereits jetzt melden sich Kritiker und Interessensvertreter mit Bedenken und Verbesserungsvorschlägen zu Wort.
Die gematik, 2005 als Gesellschaft mit beschränkter Haftung gegründet, steht mehrheitlich im Besitz des Bundesgesundheitsministeriums, das 51 Prozent der Anteile hält. Ihre Aufgaben haben sich im Laufe der Jahre erweitert: Von der Verwaltung der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) ist sie heute für die TI 2.0 verantwortlich, die unter anderem die ePA, E-Rezepte und digitale Abrechnungssysteme umfasst. Trotz des Wachstums – etwa durch neue Abteilungen wie die 2023 eingerichtete Versorgungseinheit – häufen sich die Kritikpunkte: Verzögerungen, Sicherheitslücken (darunter ein schwerwiegender Systemausfall 2020) und Nutzerfreundlichkeitsprobleme. Eine KBV-Umfrage aus dem Jahr 2025 deckte etwa unklare PDF-Formate in der ePA und häufige technische Störungen auf. Als Reaktion sind unter anderem eine Volltextsuche bis 2026 und weitere Optimierungen geplant.
Mit dem neuen Gesetz soll die ePA nutzerfreundlicher werden und die Zuverlässigkeit der TI steigen. Während die AOK-Gesundheitskasse diese Ziele grundsätzlich begrüßt, fordert sie gleichzeitig einen vereinfachten Zugang zu Versichertendaten, um die Versorgungssteuerung zu verbessern. Zudem schlägt der Krankenversicherer eine Umstrukturierung der gematik vor – entweder durch eine stärkere Beteiligung der gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) oder erweiterte Stimmrechte für diese.
Ärztinnen und Ärzte zeigen sich verhalten optimistisch. Viele erkennen das Potenzial der Digitalisierung an, betonen jedoch, dass fehlerhafte digitale Werkzeuge den Praxisalltag oft behindern. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) unterstützt zwar die Stärkung der gematik, pocht aber auf eine separate "elektronische Versorgungsmappe", um die ePA nicht zu überlasten. Gleichzeitig weisen Pflegeeinrichtungen darauf hin, dass die spezifischen Bedürfnisse ihres Sektors berücksichtigt werden müssen – mit praxistauglichen Lösungen, die auf ihre Arbeitsabläufe zugeschnitten sind.
Das Digitale-Gesundheitsgesetz setzt wichtige Impulse zur Modernisierung der Gesundheits-IT in Deutschland, wobei der gematik eine Schlüsselrolle zukommt. Zwar begrüßen Akteure wie die AOK, die KBV und Pflegeanbieter Teile der Pläne, doch fordern sie Nachbesserungen – insbesondere bei der technischen Stabilität, dem Datenzugang und den branchenspezifischen Anforderungen. Ob die Reformen gelingen, wird davon abhängen, ob es in den kommenden Jahren gelingt, diese Herausforderungen zu meistern.






