Kulturschaffende starten Kampagne für mehr Geld und Einfluss vor Berliner Wahl
Nico SchulzKulturschaffende starten Kampagne für mehr Geld und Einfluss vor Berliner Wahl
Neue Kampagne fordert mehr Kulturförderung in Berlin
Über 600 Kulturschaffende haben die „Berliner Erklärung“ unterzeichnet und fordern, dass mindestens drei Prozent des Landeshaushalts in die Förderung der Künste fließen. Die Initiative startet ihre Aktionen bewusst im Vorfeld des anstehenden Wahlkampfs, um Einfluss auf die politische Debatte zu nehmen.
Den Auftakt der „Berlin ist Kultur“-Aktionswoche“ bildeten eine Veranstaltung mit Katharina Marg (Die Linke), Ronja Losert und Bertram von Boxberg (Bündnis 90/Die Grünen). Andere Berliner Politiker:innen blieben der Veranstaltung fern. Die Beteiligten wollen in der Wahlkampfphase politische Unterstützung für den Kulturbereich sichern.
Geplant ist eine Plakataktion mit dem Slogan „#deinstimmefürkultur“, die die Stadt überziehen soll. Zudem bereiten Institutionen und Verbände „Wahl-Prüfsteine“ für Kandidat:innen vor – mit Fragen zu Themen wie der Finanzierung kultureller Bildung.
Oliver Reese, Intendant des Berliner Ensembles, kritisierte die jüngsten Kürzungen im Kulturbudget als kurzsichtig. Besonders bedrohlich sei die mögliche Schließung des Atelierhauses in der Wilsnacker Straße aufgrund finanzieller Engpässe. Reese berichtete auch von einer prägenden Erfahrung: Ein Theaterbesuch mit 14 Jahren habe sein Leben verändert.
Gabi Dan Droste, Leiter des FELD Theaters, verglich die Finanznöte der Institution mit dem Mythos von Ikarus: Kaum habe man Anerkennung erhalten, folgten sofort Budgetkürzungen.
Die „Berliner Erklärung“ formuliert klare Forderungen, darunter stabile Förderstrukturen und eine Mindestbudgetvergabe. Mit sichtbaren Kampagnen und direktem Austausch mit Kandidat:innen soll Kulturpolitik zum zentralen Wahlkampfthema werden. Die Initiator:innen hoffen, dass der Druck auf die Politik wächst, um die finanziellen Herausforderungen des Sektors endlich anzugehen.






