CDU-Politiker Amthor fordert mehr Gleichberechtigung – trotz eigener umstrittenen Positionen
Nico SchulzCDU-Politiker Amthor fordert mehr Gleichberechtigung – trotz eigener umstrittenen Positionen
CDU-Politiker Philipp Amthor hat seine Partei aufgefordert, sich stärker für Gleichberechtigung einzusetzen. Er warnte davor, feministische Themen der Linken zu überlassen, und betonte die Notwendigkeit, rechtsextreme Vorstellungen von Frauenrollen entschlossen zu bekämpfen. Sein Appell kommt trotz seiner früheren Ablehnung mehrerer feministischen Initiativen.
Amthor wies auf die Gefahr hin, die von der rechtspopulistischen AfD ausgehe. Er wirft der Partei vor, biologischen Determinismus und starre Geschlechterklischees zu propagieren. Solche Ansichten stellten Frauen als von Natur aus schwächer dar und zementierten veraltete Rollenbilder, so der Politiker. Zudem kritisierte er, dass Frauen häufiger nach ihrem Äußeren als nach ihren Argumenten beurteilt würden – ein doppelter Standard, der seiner Meinung nach in Politik und Gesellschaft weiterhin bestehe.
2019 hatte Amthor einen Vorschlag abgelehnt, der eine paritätische Besetzung von Parteilisten vorschrieb – ein Vorhaben, das den Frauenanteil im Parlament erhöhen sollte. Drei Jahre später unterstützte er ein Verbot geschlechtergerechter Sprache in Behörden. Auch in der Abtreibungsfrage vertritt er eine harte Linie: Er lehnt die Abschaffung von Strafbestimmungen und Werbeverboten für Schwangerschaftsabbrüche ab.
Trotz dieser Haltung besteht Amthor nun darauf, dass sich mehr Männer aktiv für Fortschritte in der Gleichstellung einsetzen müssten. Die CDU dürfe die feministische Debatte nicht den linken Parteien überlassen, sondern solle eine führende Rolle bei ihrer Gestaltung übernehmen, argumentiert er.
Amthors jüngste Äußerungen markieren einen Tonwechsel, doch seine Bilanz in feministischen Fragen bleibt umstritten. Sein Aufruf zu mehr männlichem Engagement in der Gleichstellungsdebatte fällt in eine Zeit, in der der Einfluss der AfD wächst. Wie die Union mit diesen Themen umgeht, könnte nun innerhalb der Partei und darüber hinaus neu diskutiert werden.






