AOK-Streik am 14. Januar: 55.000 Beschäftigte fordern faire Löhne und mehr Respekt
Nico SchulzAOK-Streik am 14. Januar: 55.000 Beschäftigte fordern faire Löhne und mehr Respekt
Rund 55.000 Beschäftigte der AOK in ganz Deutschland werden am 14. Januar 2026 in den Streik treten, um höhere Löhne zu fordern. Die von der Gewerkschaft für Soziale Versicherung (GdS) organisierte Aktion folgt auf gescheiterte Verhandlungen mit dem Krankenversicherer. Zudem ist eine Kundgebung vor der Bundeszentrale der AOK in Berlin geplant, um die Forderungen nachdrücklich zu unterstreichen.
Der Arbeitskampf ist das Ergebnis monatelanger ergebnisloser Tarifgespräche über Lohnerhöhungen. Das letzte Angebot der AOK sah eine Anhebung um 2,1 Prozent ab dem 1. Mai 2026 und weitere 2,1 Prozent ab dem 1. Mai 2027 vor – inklusive einer einmaligen Zahlung von 0,6 Prozent, was insgesamt 4,8 Prozent über zwei Jahre entspricht. Die GdS lehnte dies jedoch ab mit der Begründung, das Angebot liege unter der Inflationsrate und hinter anderen Branchen zurück. Zum Vergleich: Beschäftigte im öffentlichen Dienst erhielten nach den TVöD-Tarifverträgen bis Mai 2026 in einigen Entgeltgruppen Erhöhungen von bis zu 10 Prozent, während private Kliniken und die IT-Branche Lohnerhöhungen von etwa 3 Prozent durchsetzten.
Besonders betroffen von den Streiks sind regionale Servicezentren und Telefon-Hotlines. Kunden müssen mit längeren Wartezeiten und eingeschränkten Serviceleistungen rechnen. Die GdS, angeführt vom Bundesvorsitzenden Maik Wagner, hat über 10.000 Unterschriften für die Lohnforderungen gesammelt und verweist auf die stark gestiegenen Lebenshaltungskosten als zentrales Argument.
Die erste offizielle Verhandlungsrunde zur Tarifauseinandersetzung findet am 14. und 15. Januar in Berlin statt. Frühere Gespräche waren ohne Ergebnis vertagt worden, was bei den Beschäftigten zu großer Unzufriedenheit führte. Die ursprünglichen Angebote der AOK – jährliche Erhöhungen um 2 Prozent ab Juli – wurden von der Gewerkschaft als unzureichend bewertet.
Der Streik wird den Betrieb der AOK vor allem in kundenorientierten Bereichen beeinträchtigen. Mit der Wiederaufnahme der Verhandlungen nächste Woche steht beide Seiten unter Druck, eine Einigung zu erzielen. Die Beschäftigten fordern Lohnerhöhungen, die der Inflation Rechnung tragen und sich an den Abschlüssen anderer Branchen orientieren.






