WM 2022 kostete deutsche Unternehmen 1,3 Milliarden Euro durch Produktivitätsverluste
Lina LangeWM 2022 kostete deutsche Unternehmen 1,3 Milliarden Euro durch Produktivitätsverluste
Die Fußball-Weltmeisterschaft 2022 hatte spürbare Auswirkungen auf Arbeitsplätze weltweit. Allein deutsche Unternehmen verzeichneten Verluste von rund 1,3 Milliarden Euro – verursacht durch Produktivitätseinbußen während des Turniers. Da viele Spiele in Deutschland spätabends oder frühmorgens stattfanden, fiel es Fans schwer, Beruf und Fußballschauen unter einen Hut zu bringen.
Das Turnier dauerte fast fünf Wochen und umfasste 104 Partien. Weltweit verbrachten Beschäftigte im Schnitt 26 Minuten ihres Arbeitstags mit WM-Inhalten. Über die gesamte Dauer des Events verloren deutsche Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer etwa zwölf Arbeitsstunden.
Nach deutschem Arbeitsrecht haben Beschäftigte keinen automatischen Anspruch darauf, während der Arbeitszeit ohne Genehmigung WM-Spiele zu verfolgen. Gerichte haben entschieden, dass das Hören von Spielen im Radio zulässig ist, sofern es Kolleginnen und Kollegen nicht stört. Dennoch ist es weit verbreitet, heimlich während der Arbeitszeit mitzufiebern – etwa jeder siebte Beschäftigte gab zu, dies zu tun.
Wer nach nächtlichen Spielen zu spät kommt, muss mit disziplinarischen Maßnahmen rechnen. Erscheint eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter betrunken zur Arbeit, dürfen Arbeitgeber sie oder ihn ohne Lohnfortzahlung nach Hause schicken.
Die Terminplanung und Dauer der WM führten zu erheblichen Störungen im Arbeitsalltag. Arbeitgeber behielten das Recht, Regeln zu Anwesenheit, Leistung und Verhalten durchzusetzen. Beschäftigte mussten mit Konsequenzen rechnen, wenn sie unentschuldigt fehlten oder ihr Verhalten durch das Turnier beeinträchtigt war.






