14 June 2026, 12:06

Wim Wenders und der Streit um Nastassja Kinskis umstrittene Szene aus Die falsche Bewegung

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Wim Wenders und der Streit um Nastassja Kinskis umstrittene Szene aus Die falsche Bewegung

Eine Debatte über Wim Wenders’ Film Die falsche Bewegung von 1975 ist kürzlich wieder aufgeflammt. Im Mittelpunkt steht eine halbnackte Szene mit Nastassja Kinski, die damals erst 13 Jahre alt war. Die Diskussion gewann neue Brisanz, nachdem Wenders bei seiner Dankesrede zur Verleihung des Deutschen Filmpreises Kinskis Bitte abgelehnt hatte, die umstrittene Szene zu entfernen.

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Jahre lang hatte sich Kinski für die Streichung der Szene eingesetzt, doch ihre Forderungen stießen zunächst auf wenig Gehör. Erst nach Wenders’ öffentlicher Weigerung fand ihr Anliegen breitere Beachtung. Der Regisseur entschuldigte sich später und zog den Film aus dem Verkehr, doch zentrale Fragen zum Umgang mit solchem Material bleiben unbeantwortet.

Im März wurde der Film im Rahmen einer Wenders-Retrospektive im Frankfurter Filmmuseum gezeigt – und rückte damit seine problematische Hinterlassenschaft erneut in den Fokus. Einige argumentieren, dass Filme ohne Verlust ihres künstlerischen Werts von belastendem Material bereinigt werden können, während andere darauf bestehen, dass Originalwerke unverändert bleiben sollten, selbst wenn sie veraltete oder fragwürdige Elemente enthalten.

Schauspielerinnen wie Brooke Shields, die mit elf Jahren in Pretty Baby eine Kinderprostituierte spielte, haben ebenfalls über die Unbehaglichkeit gesprochen, Rollen verteidigen zu müssen, die heute ethisch höchst bedenklich erscheinen. Jodie Foster, die mit zwölf in Taxi Driver mitwirkte, geht gelassener mit ihren frühen Arbeiten um – anders als Kinski, die eine kritischere Haltung einnimmt. Natalie Portman, Dakota Fanning und Kirsten Dunst haben stets betont, wie wichtig professionelle Standards, Respekt am Set und die Wahrnehmung solcher Filme durch das Publikum sind.

Kinskis Intervention lenkte die Debatte in eine sachlichere Richtung und verhinderte, dass Wenders’ Fall lediglich als weiterer Skandal sensationalisiert wurde. Forderungen nach Kennzeichnungen oder Kontextualisierungen solcher Szenen gelten zwar als vorübergehende Lösungen, doch viele fordern ein tieferes Verständnis für deren schädliche Auswirkungen.

Der Film bleibt vorerst vom Verleih zurückgezogen, doch die Diskussion über seinen Inhalt dauert an. Im Zentrum steht nun die Frage, wie mit problematischen Darstellungen in älteren Werken umgegangen werden soll – und welche Verantwortung Filmschaffende beim Umgang mit sensiblen Inhalten tragen. Gleichzeitig hat die Debatte die Notwendigkeit besserer Branchenstandards zum Schutz junger Schauspieler*innen deutlich gemacht.

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