07 May 2026, 14:10

Wie ein Theaterabend über Apokalypse und Ängste zu einer ungewöhnlichen Therapie führte

Offenes Buch mit dem Titel "The Theatre: A Monthly Review of the Drama, Music, and the Fine Arts", das eine Seite mit Text und einem Logo zeigt.

Wie ein Theaterabend über Apokalypse und Ängste zu einer ungewöhnlichen Therapie führte

Ein kürzlicher Theaterbesuch hinterließ mich gleichermaßen beeindruckt und beunruhigt. Nach dem Besuch eines visuell atemberaubenden Stücks über Apokalypse, Durchhaltevermögen und Gemeinschaft fand ich mich in Gedanken über die Macht der Darstellung versunken – und die Ängste, die sie wecken kann. Der Abend mündete unerwartet in eine Diskussion mit Freunden über Desensibilisierungstherapie.

Das Stück selbst war überwältigend: intensive Themen verbanden sich mit eindrucksvollen Bildern. Als der Vorhang fiel, brandete lauter Applaus auf – doch ein Zuschauer buhte demonstrativ. Dieser Kontrast verstärkte nur die emotionale Wucht des Erlebten.

Später, bei einem Drink, fragten mich Freunde, ob ich die neueste Produktion in einem anderen Berliner Theater gesehen hätte. Einer schlug Desensibilisierungstherapie vor, um sich über Unbehagen hinwegzusetzen und neue Erfahrungen zuzulassen. Wir erstellten sogar eine Liste extremer Herausforderungen, beginnend mit „Besuche jede Aufführung des nackten Schauspielers“ – eine Person, deren Auftritte ich fürchte – und endend mit „Mache eine Kreuzfahrt mit Pflichtbesuch bei Heino trifft Rammstein. Allein der letzte Punkt löste bei mir Übelkeit aus.

Um uns von dieser Übung zu erholen, schauten wir „Frühling für Hitler“ – ein Film, der wie ein düsteres, aber notwendiges Gegengewicht wirkte. Ich gestand meine Angst vor dem Hauptdarsteller, der dafür bekannt ist, aus der Rolle zu fallen und nackt aufzutreten. Das Gespräch wandelte sich dann zu einer ernsteren Idee: ein „Sensibilisierungsprogramm“ gegen rassistische Vorherrschaft und Zwangsassimilation, finanziert durch Filme wie „JoJo Rabbit“ und „Der große Diktator“. Irgendwann platzte ich heraus, ich wünsche mir, Deutschland würde endlich aufwachen und schneller handeln.

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Der Abend endete in einer Mischung aus Lachen und Unbehagen. Das Theaterstück hatte tiefgründige Reflexionen ausgelöst, während die Therapie-Übung mich zwang, mich Ängsten zu stellen, denen ich lieber auswich. Ob durch Kunst oder absurde Herausforderungen – die Erfahrung hinterließ Spuren, die lange nach dem Verblassen des Applauses nachwirken.

Quelle