Warum scheitern Führungskräfte trotz perfektem Lebenslauf an kleinen Verhaltensfehlern?
Lina LangeWarum scheitern Führungskräfte trotz perfektem Lebenslauf an kleinen Verhaltensfehlern?
Die vielversprechende Karriere einer Führungskraft ist kürzlich an versteckten Verhaltensproblemen gescheitert – trotz makelloser Qualifikationen. Der vom Düsseldorfer Personalberater Norbert Graschi begleitete Fall zeigt, wie scheinbar kleine, aber entscheidende Interaktionen über Erfolg oder Misserfolg in Führungspositionen entscheiden können. Denn rein fachliche Kompetenzen reichen oft nicht aus, um Spitzenpositionen zu besetzen, wenn emotionale und zwischenmenschliche Defizite ungelöst bleiben.
Die betreffende Kandidatin bzw. der Kandidat verfügte über einen beeindruckenden Lebenslauf und exzellente Referenzen. Doch bei genauerer Prüfung kamen Probleme im Umgang mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ans Licht. Der Ton in alltäglichen Gesprächen gab Anlass zur Sorge – schließlich sah sich der Betriebsrat veranlasst, einzugreifen.
Solche Verhaltensmuster entgehen häufig den standardisierten Bewertungsverfahren. Personalberater wie Graschi konzentrieren sich daher zunehmend darauf, diese blinden Flecken aufzudecken und Fähigkeiten wie Führungskompetenz, Resilienz und Krisenmanagement zu bewerten. Viele Führungskräfte scheitern in den finalen Runden der CEO-Auswahl nicht an mangelnder Expertise, sondern an emotionalen oder zwischenmenschlichen Schwächen.
Wie sich zeigt, hängt der Ruf von scheinbar nebensächlichen Details ab: der Umgang mit Kritik, die Art, wie mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gesprochen wird, oder die tägliche Kommunikation prägen den langfristigen Erfolg. Ohne Selbstreflexion riskieren selbst die talentiertesten Führungskräfte Rückschläge in ihrer Laufbahn.
Der Fall unterstreicht einen wachsenden Trend: Fachliche und strategische Fähigkeiten allein genügen nicht mehr. Unternehmen analysieren zunehmend, wie Führungskräfte interagieren, auf Feedback reagieren und Beziehungen gestalten. Für ehrgeizige Manager könnte die Bearbeitung dieser Defizite den Unterschied ausmachen – zwischen dem Aufstieg an die Spitze oder dem Abgehängtwerden.






