Verlorenes Münchner Kulturgut Schwabinger 7 feiert Comeback in Bruckmühl
Lina LangeVerlorenes Münchner Kulturgut Schwabinger 7 feiert Comeback in Bruckmühl
Ein längst verlorenes Stück Münchner Kulturgeschichte wird bald im Mittelpunkt von Bruckmühl stehen. Das Gemälde Schwabinger 7, einst ein Wahrzeichen der legendären Bar-Szene der Stadt, wird am Montag um 11 Uhr in der Galerie der Gemeinde offiziell enthüllt. Das Kunstwerk vereint künstlerische Bedeutung mit einer Geschichte des Wandels über die Jahre.
Sein Ursprung liegt in München-Schwabing, wo der Künstler Rupert Dorrer eine Café-Wand in ein beeindruckendes Kunstwerk verwandelte. Jahrelang prägte es als vertrauter Anblick die Schwabinger 7, eine unter Einheimischen kultige Bar. Als das Café Anfang der 2000er-Jahre schloss, verschwand das Werk in privatem Besitz.
Vor zwölf Jahren tauchte das Gemälde wieder auf – bei einer Auktion, wo es von Denn's Biomarkt erworben wurde. 2018 ging es in den Besitz der Gemeinde Bruckmühl über und fand so eine neue Heimat. Seit dem 12. Oktober 2019 hängt es im Rathaus, doch seine offizielle öffentliche Premiere erlebt es erst in dieser Woche.
Dorrer schuf das Werk, indem er Farbe über ein Foto der ursprünglichen Wand schichtete – eine Mixed-Media-Arbeit auf Holz. Mit Maßen von 140 cm Breite und 72 cm Höhe steht das Gemälde für Vergänglichkeit, ein Thema, das der Künstler selbst betont hat.
Die feierliche Enthüllung markiert das neueste Kapitel eines Gemäldes, das Münchens Vergangenheit mit Bruckmühls Gegenwart verbindet. Nach Jahrzehnten in Lagerung, auf Auktionen und in kommunalem Besitz findet das Kunstwerk nun seinen Platz in der Galerie der Stadt. Die Veranstaltung bietet Einwohnern und Besuchern die Gelegenheit, ein Stück wiederentdeckte Geschichte zu erleben.