26 March 2026, 18:11

Traditionelle Apotheken kämpfen um ihre Zukunft gegen Online-Riesen und Supermärkte

Plakat, das zeigt, dass Big Pharma 2022 Amerikaner zwei bis drei Mal so viel für dieselben Medikamente berechnet hat wie in anderen Ländern, mit Bildern von Medikamentenflaschen und einer Spritze darunter.

Traditionelle Apotheken kämpfen um ihre Zukunft gegen Online-Riesen und Supermärkte

Deutschlands Arzneimittelversorgung steht vor einem tiefgreifenden Wandel, warnt die Deutsche Apotheker- und Ärztebank (Apobank). Die Organisation sieht traditionelle Apotheken vor Ort durch den wachsenden Druck von Online-Händlern und großen Einzelhandelsketten zunehmend in Bedrängnis. Nun hat sich CEO Matthias Schellenberg zu Wort gemeldet und fordert dringende Maßnahmen, um die Rolle der lokalen Apotheker im Gesundheitssystem zu sichern.

Der Aufstieg von Versand- und Online-Apotheken hat den deutschen Arzneimittelmarkt grundlegend verändert. Bereits 2021 erzielten die zehn größten Online-Anbieter des Landes einen Umsatz von rund 2,2 Milliarden Euro. 2025 verzeichnete die Shop-Apotheke ein explosionsartiges Wachstum: Der Umsatz mit verschreibungspflichtigen Medikamenten stieg innerhalb von nur sechs Monaten um 155 Prozent auf 222 Millionen Euro. Der Gesamtumsatz des Unternehmens kletterte auf 1,4 Milliarden Euro – ein Plus von 27 Prozent.

Gleichzeitig drängen Großhändler wie dm, Rewe, Amazon und Lidl mit rezeptfreien Medikamenten auf den Markt. Allein zwischen 2024 und 2025 verloren klassische Apotheken 3,2 Prozentpunkte beim Umsatzanteil. Schellenberg betont, dass Arzneimittel keine gewöhnlichen Konsumgüter seien, und warnt davor, sie als solche zu behandeln.

Er unterstreicht die zentrale Bedeutung lokaler Apotheken für die Arzneimittelsicherheit und die Beratung von Patienten. Ohne sie, so seine Befürchtung, könnten reine Marktmechanismen die Oberhand gewinnen – und Apotheken als unverzichtbare Säule der Gesundheitsversorgung an den Rand drängen. Die Landesregierungen haben viele der Branchenbedenken aufgegriffen und treiben Reformen voran, doch welche Änderungen schließlich im Parlament beschlossen werden, bleibt ungewiss.

Schellenberg appelliert an die Politik, die Warnungen der Apotheker ernst zu nehmen. Eine zuverlässige Arzneimittelberatung und -versorgung, so seine Überzeugung, hänge vom Erhalt eines starken Netzes vor Ort ansässiger Apotheken ab. Eine weitere Schwächung dieses Systems nennt er leichtsinnig.

Die Zukunft der deutschen Apothekenlandschaft hängt nun von politischen Weichenstellungen und laufenden Reformen ab. Die Warnungen der Apobank zeigen das Spannungsfeld zwischen wirtschaftlichem Wettbewerb und dem Bedarf an professionellen Gesundheitsdienstleistungen auf. Die kommenden Entscheidungen werden maßgeblich prägen, wie Patienten künftig mit Medikamenten versorgt werden – und wer ihnen fachkundige Beratung bietet.

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