Tegut-Filialen vor Verkauf: Edeka, Rewe und Aldi kämpfen um Marktanteile
Amelie BrandtAldi Nord interessiert auch an einigen Tegut-Filialen - Tegut-Filialen vor Verkauf: Edeka, Rewe und Aldi kämpfen um Marktanteile
Die Zukunft der Tegut-Supermärkte steht vor einem Wandel, da der Eigentümer Migros seinen Rückzug vom deutschen Markt vorbereitet. Rund 340 Filialen, die sich über mehrere Bundesländer verteilen, stehen zum Verkauf. Mehrere große Handelsketten haben bereits Interesse bekundet, Teile der Kette zu übernehmen.
Die geplanten Geschäfte könnten jedoch auf Hürden stoßen, da die Wettbewerbsaufsicht Bedenken wegen einer möglichen Marktbeherrschung hegt.
Migros hat sich bereit erklärt, etwa 200 Tegut-Filialen an Edeka zu verkaufen – das größte Paket im Rahmen des geplanten Verkaufs. Eine zweite Gruppe von Standorten wird derzeit mit Rewe verhandelt. Unterdessen prüft Aldi Nord die Übernahme einer kleineren Anzahl von Filialen, wobei die genauen Zahlen noch nicht bekannt gegeben wurden.
Der deutsche Lebensmitteleinzelhandel wird bereits von vier großen Akteuren dominiert: Edeka, Rewe, Aldi und der Schwarz-Gruppe. Diese Konzentration sorgt bei Wettbewerbsexperten für Alarmstimmung. Rupprecht Podszun, Fachmann für Kartellrecht, warnt, dass das Bundeskartellamt eingreifen könnte. Er erwartet eine strenge Prüfung der Deals angesichts der wachsenden Macht der großen Ketten.
Bevor Verkäufe an Edeka stattfinden können, ist die Zustimmung des Bundeskartellamts erforderlich. Podszun geht sogar davon aus, dass die Behörde die Transaktionen vollständig blockieren könnte, falls sie zu dem Schluss kommt, dass der Markt zu stark konzentriert würde. Das Filialnetz von Tegut, das historisch über Hessen hinaus in andere Bundesländer reicht, erhöht zusätzlich die Komplexität des Prüfverfahrens.
Sollte der Verkauf der Tegut-Filialen genehmigt werden, würde sich die Landschaft des deutschen Lebensmitteleinzelhandels deutlich verändern. Edeka, Rewe und Aldi Nord könnten ihre Marktpräsenz ausbauen – doch zunächst müssen die Wettbewerbshüter die Auswirkungen auf den Wettbewerb bewerten. Eine Entscheidung des Bundeskartellamts wird zeigen, ob die Deals vorankommen oder scheitern.