Schwache Konjunktur gibt Deutschland mehr Spielraum für neue Schulden bis 2027
Tim RichterSchwache Konjunktur gibt Deutschland mehr Spielraum für neue Schulden bis 2027
Die deutsche Bundesregierung wird in den kommenden Jahren mehr Spielraum für neue Kredite haben – bedingt durch die schwächere Wirtschaftsentwicklung. Aktuelle Berechnungen zeigen, dass Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) nun zusätzliche Schulden aufnehmen kann: Die zulässige Gesamtverschuldung für 2027 steigt auf rund 27,9 Milliarden Euro.
Die grundsätzliche Schuldenobergrenze für 2027 bleibt zwar bei 0,35 Prozent der Wirtschaftsleistung, was 15,6 Milliarden Euro entspricht. Doch der konjunkturbedingte Anpassungsbedarf – verursacht durch das geringere Wachstum – ist von 8,5 auf 12,3 Milliarden Euro gestiegen. Diese Veränderung ermöglicht höhere Kreditaufnahmen.
Auch die Wirtschaftprognosen wurden nach unten korrigiert: Für 2023 wird das deutsche Wachstum nun nur noch mit 0,5 Prozent erwartet – statt der bisher angenommenen 1,0 Prozent. Die schwächere Konjunktur verschafft der Regierung damit vorübergehend mehr finanziellen Handlungsspielraum.
Dadurch kann Klingbeil bereits 2024 im Vergleich zu früheren Plänen 3,8 Milliarden Euro mehr an Schulden aufnehmen. Bis 2030 summiert sich die zusätzliche Kreditkapazität auf 7,3 Milliarden Euro.
Die Anpassungen bedeuten, dass Deutschland kurzfristig über mehr finanzielle Flexibilität verfügt. Die höheren Schuldengrenzen für 2024 und 2027 spiegeln die Folgen des gedämpften Wirtschaftswachstums wider. Die Regierung hat nun zusätzliche Mittel, die sie in den kommenden Jahren einsetzen kann.






