Rostock und Düsseldorf passen ihre Theaterprojekte an Denkmalschutz und Kosten an
Amelie BrandtRostock und Düsseldorf passen ihre Theaterprojekte an Denkmalschutz und Kosten an
Große Kulturprojekte in Deutschland haben in jüngster Zeit erhebliche Veränderungen erlebt. Die Pläne für neue Theater und Opernhäuser in Rostock und Düsseldorf wurden aufgrund von Kostenbedenken und Denkmalschutzauflagen umgestaltet.
In Rostock hatte die regierende CDU zunächst vorgeschlagen, das historische Volkstheater abzureißen, um Platz für neue Wohnungen zu schaffen. Doch das Landesamt für Kultur und Denkmalpflege in Schwerin griff ein und stellte das 1943 erbaute Theater unter Schutz. Daraufhin wurde der Abrissplan fallen gelassen. Stattdessen errichtet nun das Berliner Büro Hascher Jehle für 208 Millionen Euro ein neues Theater in der Stadt.
In Düsseldorf sollte das Nachkriegs-Opernhaus durch einen milliardenteuren Neubau des Architekturbüros Snøhetta ersetzt werden. Die geschätzten Kosten stiegen jedoch auf 1,8 Milliarden Euro an, woraufhin die Stadt das Projekt stoppte. Das Grundstück für die neue Oper ging zurück in städtischen Besitz. Oberbürgermeister Stephan Keller plant nun stattdessen eine Modernisierung des bestehenden Bonatz-Opernhauses am Hofgarten. Die Sanierung des Bonatz-Baus könnte zwischen 400 und 500 Millionen Euro kosten. Das Frankfurter Büro raumwerk schlug vor, das Opernhaus mit einer halbtransparenten Hülle zu ummanteln und die Kapazität um 25 Prozent zu erhöhen. Zudem ließe sich die Oper durch landschaftsgestalterische Maßnahmen optisch mit der benachbarten Kunsthalle und der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen verbinden.
Die Entscheidungen bedeuten, dass Rostock sein historisches Volkstheater behält und gleichzeitig ein neues Theater erhält. Düsseldorf setzt stattdessen auf die Modernisierung des bestehenden Opernhauses anstatt eines Neubaus. Beide Städte haben ihre Pläne angepasst, um kulturelle Ambitionen mit finanziellen und denkmalschützerischen Rahmenbedingungen in Einklang zu bringen.






