René Benkos Schicksal hängt am Donnerstag vom Obersten Gerichtshof ab
René Benko bleibt weiterhin in Untersuchungshaft, während die juristischen Verfahren gegen ihn an Fahrt aufnehmen. Am kommenden Donnerstag wird sich Österreichs Oberster Gerichtshof mit den Berufungen in seinem ersten Prozess wegen betrügerischen Bankrotts befassen. Im Mittelpunkt des Falls stehen Vorwürfe finanzieller Verfehlungen innerhalb seines Unternehmensimperiums.
Die Staatsanwaltschaft wirft Benko Untreue und Betrug in Höhe von mehreren hundert Millionen Euro vor. Sein Unternehmen, die Signa Prime Selection, soll demnach wie ein „finanzieller Staubsauger“ fungiert haben und Gelder aus verschiedenen Projekten abgezogen haben. Ein Beispiel ist das Bahnhofplatz-Projekt, bei dem Mittel, die für die Rückkehr von Galeria Karstadt Kaufhof als Mieter vorgesehen waren, angeblich zweckentfremdet wurden.
Die umgeleiteten Gelder sollen unter anderem eine Kapitalerhöhung für den Kauf des Londoner Kaufhauses Selfridges finanziert haben. Eine ähnliche Vorgehensweise wird Benko auch bei einem Geschäft mit einem saudischen Staatsfonds vorgeworfen. Zudem sorgt sein privates Insolvenzverfahren für Aufsehen – derzeit werden wertvolle Damenringe untersucht.
Die aktuelle Betrugsermittlung ist bereits das 18. Strafverfahren gegen Benko. Sollte er in diesem Prozess verurteilt werden, wäre es das erste Mal, dass er im Rahmen der Signa-Affäre offiziell als vorbestraft gelten würde. Die Entscheidung des Obersten Gerichtshofs am Donnerstag könnte einen Wendepunkt in dem juristischen Drama markieren. Eine Verurteilung würde Benkos Status als verurteilte Schlüsselfigur im anhaltenden Signa-Skandal zementieren. Das Ergebnis könnte zudem die Richtung der noch ausstehenden Strafuntersuchungen beeinflussen.
