Rekordinvestitionen in erneuerbare Energien übertreffen fossile Kraftwerke deutlich
Lina LangeRekordinvestitionen in erneuerbare Energien übertreffen fossile Kraftwerke deutlich
Weltweite Investitionen in erneuerbare Energien erreichen 2015 Rekordhöhe – Solar- und Windkraft an der Spitze
2015 flossen so viele Gelder wie nie zuvor in erneuerbare Energien, wobei die Photovoltaik und die Windkraft die Entwicklung anführten. Erstmals gaben Schwellen- und Entwicklungsländer mehr für Ökostrom aus als Industrienationen – ein deutlicher Wandel in der globalen Energie-Finanzierung.
Die Gesamtinvestitionen in erneuerbare Energien beliefen sich auf 266 Milliarden US-Dollar – mehr als das Doppelte der 130 Milliarden, die in neue Kohle- und Gaskraftwerke flossen. Auf die Entwicklungsländer entfielen dabei 156 Milliarden Dollar, während die Industrieländer 130 Milliarden investierten. China spielte eine zentrale Rolle bei diesem Wachstum und trieb die steigenden Ausgaben für erneuerbare Energien in den aufstrebenden Märkten maßgeblich voran.
Besonders auffällig war der Anstieg der Investitionen in Ländern wie Südafrika, Mexiko und Chile. In den Industrieregionen hingegen sinken die Ausgaben seit 2011 kontinuierlich – in Europa sogar um 60 Prozent innerhalb von nur vier Jahren.
UN-Generalsekretär Ban Ki-moon betonte die Dringlichkeit, sich von fossilen Brennstoffen abzuwenden, um die Klimaziele zu erreichen. Ohne flächendeckende CO₂-Abscheidungstechnologien müssten einige fossile Kraftwerke möglicherweise stillgelegt oder nur noch mit reduzierter Kapazität betrieben werden. Experten forderten zudem fairere Rahmenbedingungen, etwa durch CO₂-Bepreisung und den Abbau von Subventionen für fossile Energien, um das Wachstum sauberer Alternativen zu fördern.
Die Zahlen von 2015 zeigen einen klaren Trend: Erneuerbare Energien ziehen deutlich mehr Kapital an als herkömmliche Energiequellen. Sollte sich diese Entwicklung fortsetzen, könnte die Infrastruktur für fossile Brennstoffe unter wachsenden Druck geraten – es sei denn, neue Technologien oder politische Weichenstellungen mildern den Übergang ab.






