Lufthansa streicht 20.000 Sommerflüge – doch die Aktie steigt überraschend
Lina LangeLufthansa streicht 20.000 Sommerflüge – doch die Aktie steigt überraschend
Lufthansa streicht 20.000 Flüge aus dem Sommerflugplan wegen Treibstoffknappheit
Trotz der Kürzungen verzeichnete die Airline im ersten Quartal 2026 einen geringeren Verlust als erwartet, was den Aktienkurs um über 8 Prozent steigen ließ.
Das bereinigte Betriebsergebnis belief sich im ersten Quartal auf ein Minus von 612 Millionen Euro – ein besseres Ergebnis als die von Analysten prognostizierten 659 Millionen Euro Verluste. Die Umsätze stiegen um 8 Prozent auf 8,7 Milliarden Euro, blieben damit jedoch unter der von Finanzexperten erwarteten Marke von 9,3 Milliarden Euro.
Versorgungsengpässe bei Treibstoff und steigende Kosten belasten die Geschäfte schwer. Der anhaltende Konflikt im Iran hat die Treibstoffrechnung von Lufthansa in diesem Jahr bereits um 1,7 Milliarden Euro in die Höhe getrieben. Um die Risiken zu begrenzen, hat die Airline Notfallpläne für Langstreckenverbindungen nach Asien und Afrika erarbeitet, darunter mögliche Zwischenlandungen zum Nachtanken.
Trotz dieser Herausforderungen hält Lufthansa an ihrer Jahresprognose fest. Das Ziel liegt weiterhin deutlich über dem Gewinn von 1,96 Milliarden Euro aus dem Jahr 2025. Analyst Andrew Lobbenberg von Barclays hob hervor, dass die Airline trotz der Streikauswirkungen im April und der höheren Treibstoffkosten zuversichtlich in die Entwicklung der Unit Revenues blickt.
Langfristig strebt Lufthansa für den Zeitraum 2028 bis 2030 eine Gewinnmarge von 8 bis 10 Prozent an. Zudem rechnet das Unternehmen bis Juni mit einer gesicherten Treibstoffversorgung an seinen wichtigsten Drehkreuzen, was die kurzfristigen Sorgen mildert.
Nach den besser als erwartet ausgefallenen Quartalszahlen legte der Lufthansa-Aktienkurs deutlich zu. Die Airline steuert weiterhin durch die Treibstoffknappheit und Kostendruck, ohne ihre Gewinnziele aus den Augen zu verlieren. Die Vorsorgemaßnahmen für Langstreckenflüge bleiben vorerst bestehen.






