NRW-Polizei rüstet digital auf: Großoffensive gegen Cyberkriminalität gestartet
Tim RichterNRW-Polizei rüstet digital auf: Großoffensive gegen Cyberkriminalität gestartet
Nordrhein-Westfalens Polizei startet Großoffensive zur Stärkung digitaler Ermittlungskompetenzen
Die Polizei in Nordrhein-Westfalen hat eine umfassende Initiative gestartet, um ihre Fähigkeiten zur Online-Ermittlung deutlich auszubauen. Das Programm umfasst neue Schulungsangebote, erweiterte Teams und moderne digitale Werkzeuge, um Straftaten in virtuellen Räumen effektiver zu bekämpfen. Behörden sprechen von einer der bedeutendsten Aufrüstungen der digitalen Kapazitäten der Strafverfolgung in den vergangenen Jahren.
Im Mittelpunkt steht Open Source Intelligence (OSINT), eine Methode zur Sammlung und Auswertung öffentlich zugänglicher Daten aus Quellen wie sozialen Medien. Am Landesamt für Ausbildung, Fortbildung und Personalangelegenheiten (LAFP) in Neuss leitet Ausbilder Marc Restemeyer Kurse, die OSINT-Kenntnisse in der gesamten Behörde standardisieren sollen. Sein Team entwickelte ein Online-Schulungsprogramm mit interaktiven Videos und praktischen Übungen, um Polizist:innen handfeste Erfahrungen zu vermitteln.
Unter dem Projektnamen «Digitale Streife» hat das Landeskriminalamt (LKA) in Düsseldorf seine Personaldecke ausgebaut. Zehn neue Beamte verstärken die Reihen, sechs davon in Fabian Coenens Team der Abteilung 22.2, die sich auf politisch motivierte Kriminalität spezialisiert hat. Fast 100 zusätzliche Kräfte in sechs regionalen Polizeibehörden unterstützen mittlerweile OSINT-Operationen. Coenens Einheit ist von einst zwei Spezialist:innen auf 16 Mitarbeiter:innen angewachsen – darunter IT-Expert:innen, Soziolog:innen und Politikwissenschaftler:innen.
Neben Schulungen umfasst die Initiative verdeckte Ermittlungen in virtuellen Räumen sowie KI-gestützte Arbeitsplätze. Sechs spezialisierte Einheiten im Rahmen des deutschen Staatsschutzes bieten bei dringenden Einsätzen – etwa bei schnell eskalierenden politischen Ereignissen – Sofort-Hilfe durch OSINT an. Diese Teams helfen dabei, Bedrohungen zu verfolgen, extremistische Aktivitäten zu überwachen und in Echtzeit digitale Beweismittel zu sichern.
Die Ausweitung markiert einen Wandel im Umgang der nordrhein-westfälischen Polizei mit Digitalkriminalität. Mit größeren Teams, strukturierter Ausbildung und neuer Technologie wollen die Behörden schneller auf Online-Gefahren reagieren. Die Maßnahmen spiegeln zudem bundesweite Bestrebungen wider, OSINT fest in den Polizeialltag zu integrieren.






