Neue Tarifrunden drohen: Apotheken kämpfen mit explodierenden Personalkosten bis 2027
Amelie BrandtNeue Tarifrunden drohen: Apotheken kämpfen mit explodierenden Personalkosten bis 2027
Tarifverhandlungen im deutschen Apothekensektor stehen vor Neustart – Kostenbelastung steigt
Die Lohnverhandlungen in Deutschlands Apothekenbranche werden bald wiederaufgenommen, da wichtige Tarifverträge ihrem Ende entgegengehen. Die Gewerkschaft Adexa bereitet sich auf neue Gespräche vor, wobei mehrere regionale Vereinbarungen bis 2026 auslaufen. Die finanziellen Belastungen für Apotheken nehmen zu, da jüngste Lohnerhöhungen und der gestiegene Mindestlohn die Kosten in die Höhe treiben.
Der bundesweite Adexa-ADA-Tarifvertrag gilt noch bis zum 31. Dezember 2026. In Nordrhein-Westfalen endet die Vereinbarung mit der Arbeitgebergruppe TGL bereits früher, am 30. Juni 2026. Auch der Tarifvertrag in Sachsen läuft Ende 2026 aus.
Bereits 2026 mussten Apotheken höhere Ausgaben verkraften: Der gesetzliche Mindestlohn stieg auf 13,90 Euro, was die jährlichen Kosten pro Apotheke um etwa 700 Euro erhöhte. Zum 1. Januar 2026 trat eine Gehaltserhöhung von 3,0 Prozent für Pharmazeutisch-technische Assistenten (PTA) in Kraft. Berufsanfänger verdienen nun 2.646 Euro monatlich – ein Anstieg gegenüber 2.496 Euro im Juli 2024. Beschäftigte mit 15 Jahren Berufserfahrung erhalten 3.267 Euro. Diese Anpassungen belasten die Arbeitgeber im Schnitt mit zusätzlichen 9.500 Euro pro Jahr.
Weitere Kostentreiber stehen bevor: 2027 steigt der Mindestlohn auf 14,60 Euro – ein Plus von 17,6 Prozent seit 2024. Angesichts der bereits angespannten Finanzlage des Sektors ist kaum mit Entlastung zu rechnen.
Adexa hat bestätigt, dass neue Tarifverhandlungen beginnen werden, sobald die bestehenden Verträge auslaufen. Die Apotheken müssen sich auf weiter steigende Personalkosten einstellen, da sowohl Tarifabschlüsse als auch Mindestlohnerhöhungen bereits feststehen. Die finanzielle Belastung der Branche wird voraussichtlich auch über 2026 hinaus anhalten.






