Deutsche Bahn verfehlt Pünktlichkeitsziele – Minister warnt vor Vertrauensverlust in die Demokratie
Amelie BrandtDeutsche Bahn verfehlt Pünktlichkeitsziele – Minister warnt vor Vertrauensverlust in die Demokratie
Deutschlands Bahnnetz steht vor wachsenden Herausforderungen – die Pünktlichkeit erreicht Rekordtiefs. Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder hat nun gewarnt, dass die anhaltenden Probleme der Deutschen Bahn sogar das Vertrauen der Bürger in die Demokratie gefährden könnten. Die neuesten Zahlen zeigen, dass der Fernverkehr grundlegende Zuverlässigkeitsziele verfehlt.
Vor der Pandemie fuhren Fernzüge noch zu 74 bis 79 Prozent pünktlich. Doch seit 2022 sinkt die Pünktlichkeitsquote stetig. Bis 2025 trafen nur noch rund 60 Prozent der Züge ohne größere Verspätungen ein. Im Januar 2026 stürzte die Quote auf 52 Prozent ab, bevor sie sich im Februar leicht auf 59,4 Prozent erholte – und damit weiterhin unter dem Zielwert von 60 Prozent blieb.
Als Hauptgründe gelten Extremwetter im Winter, überlastete Strecken und häufige technische Störungen. Strenger Frost in Nord- und Ostdeutschland sowie hohe Baustellenaktivitäten verschärften die Engpässe an wichtigen Knotenpunkten. DB-Chefin Evelyn Palla räumte ein, dass die veraltete Infrastruktur keine schnellen Verbesserungen zulasse. Für 2026 wird mit einer Stagnation oder sogar einer weiteren Verschlechterung der Pünktlichkeit gerechnet.
Minister Schnieder bezeichnete das frühere Ziel der Bahnführung, bis 2027 eine Pünktlichkeit von 75 bis 80 Prozent zu erreichen, als unrealistisch. Stattdessen setzte er eine neue Vorgabe: 70 Prozent bis 2029. Um die Frustration der Fahrgäste zu mildern, hat die Deutsche Bahn im Rahmen der Agenda für zufriedene Kunden des Ministeriums drei Aktionsprogramme gestartet. Diese konzentrieren sich auf saubere und sichere Bahnhöfe, mehr Komfort im Fernverkehr sowie klarere Informationen bei Verspätungen und Gleisänderungen.
Bund und Bahn setzen nun vorrangig auf Modernisierungen an Bahnhöfen und eine bessere Fahrgastkommunikation – statt auf kurzfristige Pünktlichkeitsgewinne. Da schnelle Lösungen fehlen, bleibt das Ziel für 2029 ehrgeizig. Die anhaltenden Probleme drohen, das Vertrauen in einen der wichtigsten öffentlichen Dienstleister Deutschlands weiter zu untergraben.






