Lauterbachs Pflege-Reform: Bis zu 1.800 Euro mehr Eigenbeteiligung für Heimbewohner
Amelie BrandtLauterbachs Pflege-Reform: Bis zu 1.800 Euro mehr Eigenbeteiligung für Heimbewohner
Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hat Reformvorschläge vorgelegt, die die Eigenbeteiligung von Pflegeheimbewohnern erhöhen würden. Betroffene müssten in den ersten zwei Jahren der Pflege im Schnitt bis zu 1.800 Euro mehr aus eigener Tasche zahlen. Der Plan stößt bei Pflegeanbietern und Interessenverbänden auf scharfe Kritik.
Ziel der geplanten Regelung ist es, den Anstieg der staatlichen Zuschüsse für Pflegeheimbewohner zu bremsen. Lauterbach will damit die Belastung für die öffentlichen Haushalte verringern. Gleichzeitig würde die Neuregelung jedoch die persönlichen Kosten für die Pflegebedürftigen direkt in die Höhe treiben.
Bernd Meurer, Präsident des Pflegeverbandes BPA, verurteilte das Vorhaben scharf. Er wirft dem Minister vor, damit frühere Zusagen zu brechen – insbesondere das Wahlversprechen der SPD, die Eigenbeteiligung auf 1.000 Euro zu begrenzen. Meurer betonte zudem, dass die Änderungen Milliardenkosten auf die Schultern der ohnehin schon geschwächten Pflegebedürftigen und ihrer Angehörigen abwälzen würden.
Statistiken zeigen, dass drei Viertel der Heimbewohner nicht länger als zwei Jahre in der Einrichtung bleiben. Meurer machte deutlich, dass viele bereits jetzt mit hohen Zuzahlungen kämpften – die geplante Erhöhung würde die Situation weiter verschärfen.
Sollte die Reform umgesetzt werden, stiegen die durchschnittlichen Eigenkosten in den ersten zwei Pflegejahren um 1.800 Euro. Kritiker warnen, dass dies die finanzielle Belastung für die Betroffenen und ihre Familien zusätzlich erhöhen würde. Die Bundesregierung hat auf die massive Kritik aus der Pflegeszene bisher noch nicht reagiert.






