ProSieben wagt KI-Show mit digital wiederbelebten Musiklegenden – doch die Kritik wächst
Amelie BrandtProSieben wagt KI-Show mit digital wiederbelebten Musiklegenden – doch die Kritik wächst
Umstrittene neue Unterhaltungsshow: ProSieben bringt KI-generierte Duette mit verstorbenen Legenden
Nächsten Monat startet bei ProSieben eine kontrovers diskutierte neue Unterhaltungsshow: "Staying Alive – Stars singen mit Legenden" wird KI-generierte Duette zwischen lebenden deutschen Künstlern und längst verstorbenen Musikikonen präsentieren. Die Premiere ist für den 25. April 2023 geplant – doch das Konzept sorgt bereits jetzt für Debatten über seine ethischen Implikationen.
Die unter dem Arbeitstitel "Fiebertraum" entwickelte Sendung wird unter anderem einen Auftritt des deutschen Popstars Sasha gemeinsam mit einer digitalen Version von Amy Winehouse zeigen. Die Produzenten setzten KI ein, um die Stimmen und das Erscheinungsbild verstorbener Stars wie Elvis Presley, Whitney Houston und Freddie Mercury nachzubilden.
Die Entstehung der Show umfasste mehrere Stufen der KI-Verarbeitung: Zunächst nahmen Stimmdoubles die Gesangsparts der verstorbenen Künstler auf, die anschließend von Algorithmen so verfeinert wurden, dass sie den Originalstimmen entsprechen. Die Technologie passt zudem die Optik an, sodass die digitalen Performern ihren realen Vorbildern auf dem Bildschirm zum Verwechseln ähnlich sehen.
Hinter dem Projekt steht die Mediengruppe ProSiebenSat.1, die in den vergangenen Jahren mit finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen hatte. Im Rahmen von Sparmaßnahmen wurden allein im letzten Jahr über 400 Festangestellte entlassen. Der Titel "Staying Alive" spiegelt die Strategie des Senders wider, mit innovativen Formaten sein Programm zu revitalisieren und die Zukunft des Unternehmens zu sichern.
Doch die Kritik an der Nutzung von KI, um Auftritte verstorbener Künstler zu fabrizieren, wird bereits lauter. Zwar eröffnet die Technologie neue Unterhaltungsmöglichkeiten – doch Fragen nach Einwilligung, künstlerischer Integrität und den Grenzen digitaler "Auferstehung" in der Musikbranche bleiben unbeantwortet.
Die Premiere von "Staying Alive – Stars singen mit Legenden" wird zeigen, wie das Publikum auf KI-gesteuerte Performances reagiert. Die Mischung aus lebenden Sänger:innen und digital wiederbelebten Legenden markiert einen gewagten, aber umstrittenen Schritt in der Unterhaltungsbranche. Ob die Show ein Erfolg wird oder auf Ablehnung stößt, könnte maßgeblich beeinflussen, wie Sender künftig mit ähnlichen Projekten umgehen.






