Kulturminister Weimer in der Kritik: Proteste gegen seine umstrittene Buchhandelspolitik
Nico SchulzKulturminister Weimer in der Kritik: Proteste gegen seine umstrittene Buchhandelspolitik
Wolfram Weimer, der Staatsminister für Kultur und Medien in Deutschland, sieht sich wachsender Kritik an seiner Politik ausgesetzt. Aktuelle Entscheidungen haben Proteste von Verlagen, Buchhandlungen und Kultureinrichtungen ausgelöst. Selbst Politiker aus den Reihen seiner eigenen Partei hinterfragen mittlerweile seinen Kurs.
Die Kontroverse spitzte sich im März 2026 zu, als Weimer rückwirkend drei linksgerichtete Buchhandlungen vom Deutschen Buchhandlungspreis ausschloss – ohne Begründung. Auf der Leipziger Buchmesse wurde er von Demonstranten ausgebuht und als "Kulturkampfminister" beschimpft. Künstler, Verleger und der SPD-Koalitionspartner schlossen sich der Empörung an und warfen ihm vor, die künstlerische Freiheit zu untergraben und staatlich genehme Projekte zu bevorzugen.
Zudem geriet Weimer in die Schusslinie, weil er Buchhandlungen durch den Verfassungsschutz überprüfen ließ. Die Absage der Verleihungsfeier für den Deutschen Buchhandlungspreis trieb die Wut weiter in die Höhe. Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels verurteilte sein Vorgehen scharf.
Doch nicht nur im Verlagswesen stößt Weimer auf Widerstand: Er stoppte den Ausbau der Nationalbibliothek in Leipzig, was auf scharfe Kritik von Kulturschaffenden stieß – darunter auch vom Verein der Zwangsarbeiter Buchenwald-Dora. Kulturelle Initiativen forderten ihn auf, bei einer Gedenkveranstaltung zur Befreiung nicht zu sprechen. Gleichzeitig berichteten Medien, er habe versucht, Tricia Tuttle, die Leiterin der Berlinale, abzulösen.
Trotz der massiven Vorwürfe verteidigte Bundeskanzler Olaf Scholz Weimer und betonte, dessen kulturpolitisches Wirken genieße breite Unterstützung. Auch CDU-Chef Friedrich Merz äußerte im Bundestag Vertrauen in den Minister – räumte jedoch ein, dass ein Kulturstaatsminister stets eine umstrittene Figur bleibe.
Weimer bleibt trotz der eskalierenden Proteste im Amt. Seine Politik spaltet die Meinungen: Während einige seinen Kurs befürworten, sehen andere darin eine Gefahr für die kulturelle Unabhängigkeit. Die Debatte über seine Rolle bei der Gestaltung der deutschen Kunst- und Medienlandschaft wird voraussichtlich anhalten.






