29 March 2026, 18:15

Kohleausstieg 2038 in Gefahr: Merz will Kraftwerke länger laufen lassen

Menschen mit einem "Fuck You Coal"-Schild vor dem Reichstaggebäude in Berlin, mit den architektonischen Details des Gebäudes, einem Fahrrad, Bäumen, einer Flagge und einem bewölkten Himmel.

Kohleausstieg 2038 in Gefahr: Merz will Kraftwerke länger laufen lassen

Deutschlands geplanter Kohleausstieg bis 2038 könnte sich verzögern, nachdem Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) vorgeschlagen hat, Kraftwerke länger in Betrieb zu halten. Der Vorstoß erfolgt vor dem Hintergrund von Befürchtungen über mögliche Energieengpässe und stößt auf Widerstand bei den Grünen. Unterdessen stellt sich die Lausitzer Bergbauregion zunehmend auf erneuerbare Energien um – als Teil des Strukturwandels.

Laut der aktuellen Vereinbarung müssen alle Kohlekraftwerke in Deutschland bis 2038 vom Netz gehen. Der Energiekonzern LEAG, der in der Lausitz aktiv ist, erhält rund 1,75 Milliarden Euro an Bundesmitteln als Ausgleich für den Ausstieg aus der Braunkohle. Gleichzeitig baut das Unternehmen seine Wind- und Solarprojekte aus, um die Kohlekraft zu ersetzen.

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Merz argumentierte, dass bestehende Kohlekraftwerke über ihren geplanten Abschaltzeitpunkt hinaus betrieben werden müssten, falls es zu Versorgungsengpässen komme. Seine Äußerungen wecken die Sorge, dass sich der Fahrplan für den Kohleausstieg weiter verschieben könnte. Die Grünen forderten daraufhin Brandenburgs Ministerpräsidenten Dietmar Woidke (SPD) auf, sich gegen jede Verzögerung zu stellen.

Im vergangenen Jahr deckten erneuerbare Energien etwa 58 Prozent des deutschen Strombedarfs. Da Kohle jedoch weiterhin eine Rolle im Energiemix spielt, bringt Merz' Vorschlag zusätzliche Unsicherheit in die Pläne für die Energiewende.

Die Debatte über die Zukunft der Kohle setzt Deutschlands Klimaziele unter Druck. Zwar signalisiert LEAGs Umstieg auf Erneuerbare Fortschritte, doch Merz' Idee, den Betrieb von Kohlekraftwerken zu verlängern, könnte den Ausstieg bremsen. Die endgültige Entscheidung wird sowohl die Versorgungssicherheit als auch die Umweltverpflichtungen des Landes prägen.

Quelle