"jerks." nicht mehr auf Joyn verfügbar - Joyn setzt Jerks. nach Deepfake-Vorwürfen gegen Christian Ulmen ab
Die deutsche Comedyserie Jerks. wurde vom Streamingdienst Joyn abgesetzt, nachdem schwere Vorwürfe gegen ihren Hauptdarsteller Christian Ulmen erhoben wurden. Die Schauspielerin Collien Fernandes, seine Ex-Frau und Serienkollegin, warf ihm öffentlich Fehlverhalten vor – darunter den Einsatz von Deepfakes und die Manipulation intimer Inhalte. Die Anschuldigungen lösten in der Unterhaltungsbranche und darüber hinaus eine breite Debatte aus.
Fernandes hatte ihre Vorwürfe erstmals in einem Interview mit dem Spiegel im März 2026 sowie in einem Instagram-Post geäußert, der innerhalb kürzester Zeit viral ging und über 350.000 Likes erhielt. Sie bezeichnete das mutmaßliche Verhalten als "virtuelle Vergewaltigung", bei der gefälschte Profile und bearbeitete Bilder eine Rolle gespielt hätten. Medien wie n-tv, Krone.at und BILD zogen Parallelen zum umstrittenen Pelicot-Skandal und sprachen von einem "Erdbeben" in der deutschen Unterhaltungsbranche.
Joyn nahm Jerks. am Donnerstag vom Programm, mit Verweis auf die "aktuelle Situation", wie es in einer Stellungnahme hieß. Ein Sprecher von ProSieben, Christoph Körfer, bestätigte die Entscheidung, betonte jedoch, Ulmen gelte weiterhin die Unschuldsvermutung. Fernandes hatte bereits im November 2024 in Mallorca, Spanien, Anzeige erstattet – der Fall wurde jedoch erst 2026 öffentlich bekannt.
Rechtsexperten warnen, dass die Vorwürfe, sollten sie sich bestätigen, zu Strafen wegen Nötigung, übler Nachrede und hohen Schadensersatzforderungen führen könnten. In sozialen Medien wurde die Diskussion unter Hashtags wie #DerFeindImEigenenBett weiter angeheizt, wobei sich zahlreiche Prominente öffentlich hinter Fernandes stellten. Ulmen selbst hat sich zu den Vorwürfen bisher nicht im Detail geäußert.
Die Absetzung von Jerks. stellt eine schnelle Reaktion von Joyn auf den wachsenden öffentlichen Druck dar. Fernandes' Anschuldigungen haben nicht nur juristische Verfahren angestoßen, sondern auch eine grundsätzliche Debatte über digitale Gewalt in Beziehungen ausgelöst. Der Fall wird weiterhin ermittelt, mit potenziell weitreichenden Folgen für Ulmens Karriere und den Umgang der Branche mit solchen Vorwürfen.






