Italo droht mit Umwälzungen im deutschen Fernverkehr ab 2028
Italo, eine Tochter der EVN, plant ab 2028 Fernverkehrsverbindungen in Deutschland – und löst damit Sorgen um Kapazitätsengpässe und mögliche Streichungen bestehender Strecken aus.
Der neue Anbieter will vor allem stark frequentierte Achsen bedienen, darunter die Strecken München–Frankfurt–Köln–Dortmund und München–Berlin–Hamburg. Die geplante Expansion hat in der Branche und bei Gewerkschaften Alarm ausgelöst.
Martin Burkert, Vorsitzender der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG), warnte davor, dass Italo sich nur die lukrativen Strecken „rosinenpickend“ heraussuche. Dies könnte seiner Meinung nach zu Kürzungen im Regionalverkehr führen. Michael Peterson, Fernverkehrsvorstand der Deutschen Bahn, schätzt, dass bis zu 120 Bahnhöfe betroffen sein könnten. Mindestens 16 Städte droht der Verlust ihrer ICE- und IC-Anbindungen, falls Italo auf den Markt kommt.
Auch Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter äußerte Bedenken wegen der zusätzlichen Belastung der Schienennetze. Evelyn Palla, Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn, forderte die Politik auf, klarere Wettbewerbsregeln zu schaffen, um Verwerfungen zu vermeiden.
Der Markteintritt von Italo könnte den Fernverkehr in Deutschland grundlegend verändern. Die geplanten Strecken und möglichen Einschnitte bei bestehenden Verbindungen haben die Forderung nach strengeren regulatorischen Rahmenbedingungen laut werden lassen. Nun stehen Politiker und Bahnunternehmen unter Druck, diese Herausforderungen bis 2028 zu lösen.






