Hamburger Dom: Warum eine Anwohnerin nach 26 Jahren endlich einstieg – und es bereute
Lina LangeHamburger Dom: Warum eine Anwohnerin nach 26 Jahren endlich einstieg – und es bereute
Der Hamburger Dom lockt seit jeher mit atemberaubenden Fahrgeschäften – und zieht Scharen von Besuchern an, die sich nach rasanten Drehungen und schwindelerregenden Stürzen sehnen. Für eine Anwohnerin aus der Nähe war das Spektakel jedoch bisher eher etwas fürs Fernglas – bis zwei Freunde sie nach Jahren überredeten, selbst einmal einzusteigen.
Seit 26 Jahren lebt sie am Heiligengeistfeld und hat miterlebt, wie der Dom immer spektakulärer wurde: Die Attraktionen sind extremer geworden, die Besucher werden heute bis zu 100 Meter in die Höhe geschleudert, gedreht und geworfen – weit jenseits ihrer eigenen Schmerzgrenze. Selbst das Kauf eines Loses an den Buden kommt ihr schon wie ein zu großes Risiko vor, von einer Achterbahnfahrt ganz zu schweigen.
Die Idee, es trotzdem zu versuchen, stammte nicht von ihr, sondern von zwei hartnäckigen Freundinnen. Nach langem Zureden willigte sie schließlich ein – allerdings nur in eine "Aussichtsgondel", die sie 70 Meter in die Höhe tragen sollte. Unter einer Bedingung: "Wer mit mir hochfährt, fährt auch mit mir wieder runter." Die Fahrt verlief reibungslos, doch die Erleichterung danach war unübersehbar: Es sollte ihr erster und letzter Versuch bleiben.
Eine der Freundinnen, eine langjährige Dom-Enthusiastin, kennt solche Bedenken nicht. Für sie sind genau diese adrenalingeladenen Attraktionen der Hauptreiz des Volksfests – ein krasser Gegensatz zur vorsichtigen Haltung ihrer Begleiterin.
Die Anwohnerin kehrte zurück auf ihren Balkon, von wo aus sie die Fahrgeschäfte wie gewohnt aus der Distanz beobachtet. Das kurze Abenteuer bestätigte nur, was sie schon lange wusste: Sie bleibt lieber mit beiden Beinen auf dem Boden, während der Dom weiterhin Thrill-Suchende anzieht – mit seinen schwindelerregenden Höhenflügen, die beliebter sind denn je.






