Giftige Bockshornklee-Blätter: EU-weites Pestizid-Verbot ignoriert – Rückruf in 13 Bundesländern
Nico SchulzRückruf: Pestizid in Korianderblättern gefunden - Giftige Bockshornklee-Blätter: EU-weites Pestizid-Verbot ignoriert – Rückruf in 13 Bundesländern
Eine Charge Bockshornklee-Blätter wurde in 13 deutschen Bundesländern aus dem Verkehr gezogen, nachdem Tests Rückstände eines verbotenen Pestizids nachwiesen. Das unter der Marke "MDH Peacook Kasoori Methi" vertriebene Produkt enthält Chlorpyrifos – einen Wirkstoff, der in der EU seit 2020 wegen gesundheitlicher Risiken verboten ist. Die Behörden rufen Verbraucher dazu auf, ihre Vorräte auf die betroffenen Packungen zu überprüfen.
Von der Rückrufaktion betroffen sind 100-Gramm-Packungen getrockneter Bockshornklee-Blätter, die von der Global Foods Trading GmbH vertrieben wurden. Nur Chargen mit den Losnummern 314, 315 und 316 und einem Mindesthaltbarkeitsdatum bis zum 30. November 2026 sind betroffen. Die belastete Ware wurde in Hessen, Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Bremen, Hamburg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen ausgeliefert.
Bei dem nachgewiesenen Pestizid Chlorpyrifos handelt es sich um einen Wirkstoff, der vor vier Jahren EU-weit wegen möglicher neurologischer Schäden verboten wurde. Laut den Unterlagen des Schnellwarnsystems für Lebens- und Futtermittel (RASFF) sowie des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) gab es zwischen März 2024 und März 2026 keine weiteren Rückrufe wegen Chlorpyrifos-Belastung in Lebensmitteln. Es scheint sich um einen Einzelfall in diesem Zeitraum zu handeln.
Verbraucher, die die genannten Chargen besitzen, sollten das Produkt umgehend nicht mehr verwenden. Obwohl der Rückruf ein großes Gebiet betrifft, wurden in Deutschland keine weiteren aktuellen Fälle von Chlorpyrifos-Vergiftungen in Lebensmitteln gemeldet. Händler und Lieferanten wurden angewiesen, die betroffenen Packungen umgehend aus dem Verkauf zu nehmen.