13 April 2026, 02:08

Fünf neue Traditionen werden zum deutschen Kulturerbe ernannt

Schwarzes und weißes Foto einer Stadtstraße in Windisch Feststritz, Deutschland, mit Gebäuden, Bäumen, Menschen, Karren und einem Himmel im Hintergrund.

Fünf neue Traditionen werden zum deutschen Kulturerbe ernannt

Fünf neue Traditionen sind in das Bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes in Deutschland aufgenommen worden. Dazu zählen nun die Straßenfußballkultur, das Handwerk der Maßschneiderei sowie die Martinsbräuche im Rheinland. Vertreter der Behörden betonten, wie diese Praktiken die lebendige kulturelle Identität des Landes widerspiegeln.

Die neuesten Ergänzungen wurden in einem mehrstufigen Verfahren ausgewählt. Vorschläge werden zunächst an das Fachkomitee Immaterielles Kulturerbe der Deutschen UNESCO-Kommission weitergeleitet. Nach Prüfung entscheiden die Kultusministerkonferenz und die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien über die Aufnahme.

Die anerkannten Traditionen umfassen vielfältige Bereiche: die Bolzplatzkultur als Ausdruck des Straßenfußballs, das Herrenschneiderhandwerk als handwerkliche Kunst der Maßanfertigung sowie die Martinsbräuche im Rheinland. Ebenfalls aufgenommen wurden die Schaustellerkultur auf deutschen Volksfesten und der traditionelle kleinteilige Küstenfischfang in der Ostsee und den Boddengewässern.

Deutschland ist seit 2013 Vertragsstaat des UNESCO-Übereinkommens zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes, das 2003 in Paris verabschiedet wurde und mittlerweile von 185 Staaten ratifiziert worden ist. Das nationale Verzeichnis umfasst nun 173 lebendige Kulturformen.

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Katharina Binz, Präsidentin der Kultusministerkonferenz und Familienministerin von Rheinland-Pfalz, unterstrich die Bedeutung, Traditionen lebendig zu halten. Immaterielles Kulturerbe gedeihe besonders dann, wenn Gemeinschaften es aktiv gestalten und weitergeben, so Binz. Christoph Wulf, Vizepräsident der Deutschen UNESCO-Kommission, ergänzte, dass solche Praktiken dort entstehen, wo Menschen Wissen teilen und sich kollektiv engagieren.

Wolfram Weimer, der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, bezeichnete das immaterielle Kulturerbe als die "lebendige Wurzel" der modernen deutschen Identität. Das Verzeichnis ehre kreative, inklusive und innovative Kulturformen, die Generationen verbinden.

Mit den fünf Neuzugängen steigt die Zahl der anerkannten Traditionen in Deutschland auf 173. Die Ergänzungen unterstreichen das Engagement des Landes, Kulturpraktiken zu bewahren, die sich durch gesellschaftliche Teilhabe weiterentwickeln. Offizielle Stellen betonten die Rolle der öffentlichen Mitwirkung, um diese Bräuche für kommende Generationen lebendig zu erhalten.

Quelle