15 March 2026, 20:14

Frankfurts Paradieshof bekommt nach 16 Jahren Leerstand eine zweite Chance

Ein altes Buch mit einer detaillierten Karte von Frankfurt, Deutschland, mit Straßen, Gebäuden und Sehenswürdigkeiten, begleitet von beschreibendem Text.

Frankfurts Paradieshof bekommt nach 16 Jahren Leerstand eine zweite Chance

Frankfurts lang leerstehender Paradieshof in der Paradiesgasse 23 könnte endlich neues Leben erhalten. Die Stadt hat ein neues konzeptionelles Vergabeverfahren gestartet, um das seit 2008 brachliegende Gelände zu revitalisieren. Diesmal setzen die Verantwortlichen auf ein gemischtes Nutzungskonzept, das Wohnraum mit kulturellen und gewerblichen Flächen verbindet.

Die Geschichte des Gebäudes ist von gescheiterten Umnutzungsversuchen geprägt. Ein Architekturwettbewerb sah einst eine Veranstaltungsstätte vor, ein weiteres Projekt der European School of Design kam nie über die Planungsphase hinaus. Nun versucht die Stadt es mit einer neuen Strategie.

Bevor das formelle Vergabeverfahren am 20. Mai beginnt, startet ein offener Aufruf zur Teilnahme. Die Bewerbungsunterlagen werden auf der Website der Stadt sowie im Portal des Amts für Bau und Immobilien verfügbar sein. Der Prozess bleibt ergebnisoffen und ohne festes Enddatum, da die Behörden nach einem Konzept suchen, das zum Viertel passt und die öffentlichen Flächen rund um den Paradiesplatz aufwertet.

Im Mittelpunkt der aktuellen Bemühungen stehen Nachhaltigkeit und gesellschaftlicher Nutzen. Der Stadtrat hat eine mögliche Förderung von bis zu 4,5 Millionen Euro bewilligt – allerdings nur unter der Bedingung, dass Mietpreisbremse und sozialer Wohnungsbau berücksichtigt werden. Entwickler müssen ein Mix aus Wohnungen, Gewerbeflächen und kulturellen Einrichtungen vorschlagen. Besonders gefördert werden sollen Ateliers für Künstler, Ausstellungsräume für zeitgenössische Kunst und Werkstätten, um das lokale Kulturleben zu stärken.

Auch politisch wird ein stärkerer kultureller Akzent in der Neugestaltung gefordert. Ziel ist es, nicht nur das Gebäude, sondern das gesamte Alt-Sachsenhausen-Viertel zu beleben, das in den letzten Jahren kaum Impulse erfahren hat.

Gelingt das Vorhaben, könnte aus dem lange vernachlässigten Standort ein lebendiger Teil Frankfurts werden. Das Vergabeverfahren wird zeigen, wie sich das Gebäude in das Umfeld einfügt – Entscheidungen zu Finanzierung und Gestaltung stehen noch aus. Mit ihrer Investition und den Auflagen zur Mietpreiskontrolle will die Stadt sicherstellen, dass das Projekt langfristig sowohl Anwohnern als auch Unternehmen zugutekommt.

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