Frankfurts neues Wohnviertel bewahrt 1.800 Jahre alte römische Schätze
Amelie BrandtFrankfurts neues Wohnviertel bewahrt 1.800 Jahre alte römische Schätze
Ein neues Wohnviertel in Frankfurt bewahrt bald ein einzigartiges Stück Geschichte
In der Römerstadt 126–134 entsteht ein Wohnkomplex mit rund 190 Mietwohnungen – doch das Projekt hat eine besondere Note: die Erhaltung 1.800 Jahre alter römischer Ruinen. Die bei den Bauarbeiten entdeckten Überreste werden in einen Ausstellungsbereich im Erdgeschoss des Gebäudes integriert.
Die Funde werfen neues Licht auf Nida, eine antike römische Siedlung, und ihre frühe städtische Struktur. Am 2. März 2026 wurde ein architektonisches Modell des künftigen Museumsbereichs präsentiert, das zeigt, wie Vergangenheit und modernes Wohnen hier verschmelzen.
Die Ruinen kamen auf der Baustelle zum Vorschein und geben Einblicke in die ursprüngliche Bebauung Nidas. Darunter befindet sich ein hölzerner Keller, der 2023 geborgen wurde und nun an seinen ursprünglichen Standort innerhalb der Ausstellung zurückkehrt. Gezeigt werden zudem ausgewählte Artefakte, die die städtische Entwicklung und Topografie der Region veranschaulichen.
Der von Architekt Benjamin Jourdan (Jourdan & Müller Steinhauser GmbH) entworfene Wohnkomplex bindet die römischen Relikte in sein Design ein. Besucher können an Führungen und interaktiven Workshops teilnehmen, die die antiken Funde lebendig werden lassen. Das Projekt spiegelt einen Wandel in Frankfurts archäologischem Ansatz wider – weg von den Laiengrabungen des 19. Jahrhunderts hin zu professionellen Untersuchungen.
Doch nicht nur hier gibt es bedeutende römische Spuren: Dazu zählen das Mithräum am Ballplatz sowie umfangreiche Siedlungsreste, Tempel und Werkstätten in Nida-Heddernheim und Praunheim. Aktuelle Forschungen, etwa die Analyse von Felicitas Huld-Zetsche zu Kultgegenständen des Mithras-Kults, vertiefen das Verständnis der römischen Vergangenheit der Region. Selbst bei Sanierungsarbeiten im Bolongaro-Palast in Höchst stieß man auf Überreste eines frühen Militärlagers – ein weiterer Beleg für die frühe Besiedlung.
Das neue Quartier vereint den Erhalt der Ruinen mit modernem Wohnraum. Die Ausstellung ermöglicht es Anwohnern und Gästen, Nidas Geschichte hautnah zu erleben. Mit Führungen und Mitmach-Workshops bleibt die antike Vergangenheit der Stadt auch für künftige Generationen zugänglich.






