Deutsche Wirtschaft bremst: Iran-Konflikt lässt Energiepreise explodieren und Wachstum einbrechen
Lina LangeDeutsche Wirtschaft bremst: Iran-Konflikt lässt Energiepreise explodieren und Wachstum einbrechen
Konjunkturaussichten für Deutschland verdüstern sich: Iran-Konflikt treibt Energiekosten in die Höhe
Sechs führende Wirtschaftsforschungsinstitute haben ihre Wachstumsprognosen für die kommenden zwei Jahre drastisch nach unten korrigiert. Wie aus dem aktuellen Frühjahresgutachten hervorgeht, wächst der Druck auf die Politik, Gegenmaßnahmen zu ergreifen.
Die Experten erwarten nun für 2026 nur noch ein Wirtschaftswachstum von 0,6 Prozent – weniger als die Hälfte der bisherigen Schätzung. Als Hauptgrund für die Abschwächung gelten die stark gestiegenen Energiepreise, die in direktem Zusammenhang mit dem Iran-Krieg stehen. Timo Wollmershäuser, Forschungsleiter am ifo Institut in München, nannte den "Energieschock" als zentralen Faktor, betonte jedoch, dass die staatlichen Ausgaben weiterhin die Binnennachfrage stützen.
Für 2027 wird ein leichtes Erholungswachstum von 0,9 Prozent prognostiziert. Die Inflation bleibt jedoch hoch: Die Verbraucherpreise dürften 2026 um 2,8 Prozent und im Folgejahr um 2,9 Prozent steigen. Die Ökonomen warnten vor kurzfristigen staatlichen Eingriffen zur Deckelung der Energiepreise, da diese den Markt verzerren würden.
Stattdessen empfehlen sie gezielte Sozialmaßnahmen, um einkommensschwache Haushalte vor den hohen Kosten zu schützen. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche forderte als Reaktion auf die gedämpften Aussichten mutige Strukturreformen. Die offiziellen Wachstumsprognosen der Regierung, die auf diesem Gutachten basieren, werden am 22. April veröffentlicht.
Die aktuelle Prognose unterstreicht die Herausforderungen, vor denen die deutsche Wirtschaft steht. Hohe Energiepreise und schwaches Wachstum werden die Politik auf die Probe stellen – sie muss abwägen zwischen der Unterstützung der Haushalte und langfristigen Reformen. Die nächsten Schritte der Regierung werden mit Spannung erwartet, wenn die offiziellen Zahlen später in diesem Monat vorgelegt werden.






