Ostdeutsche Chemieindustrie kämpft im dritten Krisenjahr um Überleben
Tim RichterOstdeutsche Chemieindustrie kämpft im dritten Krisenjahr um Überleben
Ostdeutschlands Chemieindustrie steckt im dritten Krisenjahr in Folge
Die chemische Industrie in Ostdeutschland durchlebt ihr drittes schwieriges Jahr in Folge. Trotz einiger positiver Signale bleibt der Sektor unter starkem Druck durch steigende Kosten und globale Konkurrenz. Unternehmen kämpfen mit niedriger Auslastung und sinkenden Produktionszahlen.
Die Probleme der Branche haben ihre Ursache in hohen Energie- und Rohstoffpreisen, strengeren Vorschriften sowie harter ausländischer Konkurrenz. Geopolitische Spannungen, darunter der Nahostkonflikt, verschärfen die Lage zusätzlich. Die traditionelle Chemieproduktion ging im vergangenen Jahr um etwa drei Prozent zurück, wobei die Fabriken im Schnitt nur zu 72 Prozent ausgelastet waren.
Der Umsatz der gesamten chemisch-pharmazeutischen Branche belief sich 2025 auf rund 28,5 Milliarden Euro. Der leichte Anstieg von 0,5 Prozent ging jedoch allein auf das Konto der Pharmasparte. Die meisten Unternehmen – etwa 90 Prozent – rechnen nicht mit einer schnellen Erholung.
Ein seltener Lichtblick ist die mögliche Rettung von Domo, einem insolventen Chemieunternehmen am Standort Leuna. Sollte das Geschäft gelingen, könnte dies zur Stabilisierung des Standorts beitragen und etwas Entlastung bringen. Dennoch nehmen Stellenstreichungen in der Branche zu, die derzeit etwa 63.000 Menschen beschäftigt.
Die Krise der ostdeutschen Chemieindustrie zeigt keine Anzeichen für eine baldige Besserung. Zwar bietet die mögliche Wiederbelebung von Domo einen Funken Hoffnung, doch die meisten Unternehmen stehen weiterhin vor großen Herausforderungen. Die Zukunft der Branche hängt davon ab, ob es gelingt, die hohen Kosten, die schwache Nachfrage und die globale Instabilität zu überwinden.






