30 June 2026, 18:13

DAX: Von Rekordverlusten bis zur Wirecard-Reform – eine bewegte Geschichte

Wussten Sie, dass der DAX fast 'KISS' geheißen hätte?

DAX: Von Rekordverlusten bis zur Wirecard-Reform – eine bewegte Geschichte

Der DAX hat in den vergangenen Jahrzehnten dramatische Veränderungen erlebt, geprägt von Wirtschaftskrisen und Skandalen. Er bleibt ein Eckpfeiler der deutschen Finanzmärkte, auch wenn Anleger nur indirekt in ihn investieren können. Wiederholt haben große Ereignisse seine Struktur und Performance umgestaltet.

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Der stärkste Tagesverlust des DAX datiert auf den 16. Oktober 1989. Damals brach der Index um fast 13 Prozent ein, nachdem das Scheitern einer Finanzierung für die geplante Übernahme von United Airlines Panik auslöste. Es bleibt der brutalste Tag seiner Geschichte.

Von 2000 bis 2003 führte das Platzen der Dotcom-Blase zum längsten Rückgang in der DAX-Geschichte. Der Index verlor über 70 Prozent seines Wertes – verteilt auf knapp 1.100 Tage. Dieser schleichende Zusammenbruch dauerte länger als jeder andere Abschwung.

Die COVID-19-Pandemie löste 2020 den schnellsten Crash aus. Innerhalb von weniger als vier Wochen verlor der DAX rund 40 Prozent seines Wertes – ein Rekordtempo für einen derart steilen Einbruch.

Der Wirecard-Skandal führte 2021 zu tiefgreifenden Änderungen. Nach dem Einstieg in den DAX 2018 wurde das Unternehmen 2020 nach der Aufdeckung eines 1,9-Milliarden-Euro-Bilanzbetrugs aus dem Index genommen. Als Reaktion folgte die größte Reform in der DAX-Geschichte: Die Erweiterung auf 40 Unternehmen und die Einführung strengerer Berichtspflichten.

Heute ist der DAX das meistgehandelte Basiswert in Deutschlands Derivatemärkten. Oft verzeichnet er höhere Handelsvolumina als Einzelaktien. Da eine direkte Investition nicht möglich ist, setzen Händler auf ETFs, Futures, Optionen, CFDs oder strukturierte Produkte, um am DAX zu partizipieren.

Der DAX hat scharfe Crashs, langanhaltende Abschwünge und strukturelle Reformen überstanden. Seine Entwicklung spiegelt größere wirtschaftliche und regulatorische Verschiebungen wider. Trotz seiner Volatilität bleibt er ein zentraler Bezugspunkt für die deutschen und europäischen Märkte.

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