07 April 2026, 06:09

Das stille Ende der Ostthüringer Zeitung und seine Folgen für Greiz

Alte Zeitung mit fetter Schrift in einem dekorativen Rahmen, mit Illustrationen von verzweifelten Menschen verschiedenen Alters, Geschlechts und Ethnien, die die Idee eines Arztes in jedem Haushalt fördern.

Das stille Ende der Ostthüringer Zeitung und seine Folgen für Greiz

Fast ein halbes Jahrhundert lang verließ sich Oma Paluschke auf ihre tägliche Ostthüringer Zeitung (OTZ) für lokale Nachrichten. Doch im Frühjahr 2023 änderte sich das: Die Zeitung stellte in elf Gemeinden rund um Greiz ihr Erscheinen ein. Der Umstieg auf digitale Angebote zwang viele langjährige Leserinnen und Leser – darunter auch sie – sich hastig umzustellen oder nach Alternativen zu suchen.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Die OTZ war über Generationen hinweg eine feste Größe in Greiz gewesen. Doch als der Verlag Funke die Printausgabe abrupt einstellte, traf der Wandel viele unerwartet. Später gab das Unternehmen zu, dass die digitale Umstellung schlecht geplant gewesen war.

Oma Paluschke gehörte zu denen, die sich anpassen mussten. Ihre Familie schenkte ihr ein Tablet und gab ihr eine schnelle Einführung ins Lesen der E-Paper. Heute verfolgt sie die OTZ online und hat sich sogar an Online-Dating gewagt. Doch nicht alle schafften den Wechsel: Fast die Hälfte ihrer Bekannten kündigte das Abo komplett.

Ohne die OTZ griffen manche zu kostenlosen Anzeigenblättern mit politischer Tendenz. Eine Plattform, der Heimatbote Vogtland, warb offen für rechtsextreme Lokalpolitik mit Verbindungen zu AfD-Vertretern. Andere verließen sich auf Amtsblätter, die kaum vertiefende Berichterstattung boten. Das Netzwerk Recherche untersuchte später die Folgen in Greiz und nannte das Projekt "Lückenfüller: Was passiert, wenn die lokale Zeitung verschwindet?"

Das Ende der Printausgabe hinterließ in Greiz eine Lücke, die digitale Angebote nicht vollständig füllen konnten. Einige wie Oma Paluschke fanden mit Hilfe der Familie Anschluss. Andere wandten sich ganz von traditionellen Nachrichten ab und nutzten stattdessen fragmentierte oder politisch gefärbte Quellen. Der Wandel hat verändert, wie sich die Gemeinschaft informiert.

Quelle