Condor sucht verzweifelt neuen Besitzer – doch die Zeit wird knapp
Condor wartet weiter auf neuen Besitzer – trotz Jahren der Umstrukturierung
Die deutsche Fluggesellschaft Condor, einst im Besitz des gescheiterten Thomas-Cook-Konzerns, sucht weiterhin nach einem Käufer – obwohl sie seit Jahren umstrukturiert wird. Der britische Investor Attestor hatte das Unternehmen 2019 übernommen, mit dem Plan, die Airline zu sanieren und später gewinnbringend zu veräußern. Doch kurz vor Ablauf der Frist hat sich noch immer kein Interessent gefunden.
In dieser Woche wirft eine neue Folge des Podcasts "Condor Deep Dive" einen detaillierten Blick auf die turbulente Geschichte der Fluggesellschaft. Die Serie könnte sogar zu einem eigenständigen Format ausgebaut werden und sich vertieft mit den finanziellen und betrieblichen Herausforderungen des Unternehmens auseinandersetzen.
Die Probleme von Condor begannen 2019, als die eigenen Liquiditätsreserven in einen gemeinsamen Finanzpool der insolventen Thomas-Cook-Gruppe flossen. Die deutsche Bundesregierung sprang mit einem Rettungskredit in Höhe von 550 Millionen Euro ein, den die staatseigene KfW-Bank bereitstellte, und verhinderte so den Kollaps der Airline.
Attestor, ein in Großbritannien ansässiger Finanzinvestor, übernahm Condor mit einer klaren Strategie: den Betrieb stabilisieren, die Schulden umstrukturieren und einen Käufer finden. Der Deal umfasste eine Earn-out-Klausel, die es Attestor ermöglichte, von einer Wertsteigerung der Airline zu profitieren. Doch der Status des Investors als ausländisches Unternehmen schuf strukturelle Hürden, die den Verkauf erschwerten.
Die finanzielle Neuaufstellung des Unternehmens umfasste die Aufteilung der Schulden in vorrangige und nachrangige Tranchen – ein gängiges Instrument bei Sanierungen. Dennoch lagen bis Ende September 2023 keine ernsthaften Kaufangebote vor. Nun tickt die Uhr unaufhaltsam auf den 30. September 2026 zu, wenn Condor mit der Regierung, dem Investor und der eigenen belasteten Vergangenheit abrechnen muss.
Der "Condor Deep Dive"-Podcast beleuchtet diese Entwicklungen ausführlich. Sollte die Serie Anklang finden, könnte sie zu einem festen Format ausgebaut werden und noch tiefere Einblicke in die anhaltenden Schwierigkeiten und Zukunftsaussichten der Airline bieten.
Condor bleibt damit in der Schwebe: Attestor kann die Fluggesellschaft nicht wie geplant abstoßen. Der 550-Millionen-Euro-Kredit der Bundesregierung und die komplexe Schuldenumstrukturierung haben zwar Zeit verschafft, doch der Stichtag 2026 wirft seine Schatten voraus. Ohne einen Käufer wird das Überleben der Airline davon abhängen, ob es gelingt, die finanziellen Altlasten zu bewältigen und die langfristige Wirtschaftlichkeit unter Beweis zu stellen.






