Bundeshaushalt 2027: Wirtschaft und Gewerkschaften laufen Sturm gegen Klingbeils Pläne
Lina LangeBundeshaushalt 2027: Wirtschaft und Gewerkschaften laufen Sturm gegen Klingbeils Pläne
Der Entwurf für den Bundeshaushalt 2027 steht in der scharfen Kritik von Wirtschaftsverbänden und Gewerkschaften. Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) hatte den Haushaltsentwurf vorgestellt, doch zentrale Organisationen üben massive Vorbehalte gegen die gesetzten Prioritäten und die Finanzplanung.
Sowohl der CDU-nahe Wirtschaftsrat der CDU als auch der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) verurteilten die Pläne auf das Schärfste.
Wolfgang Steiger, Generalsekretär des Wirtschaftsrats der CDU, bezeichnete den Haushalt als "nur auf dem Papier ausgeglichen". Er argumentierte, dass zwar die Ausgaben und die Nettokreditaufnahme stark stiegen, die Regierung es aber versäumt habe, spürbare Einsparungen vorzunehmen. Stattdessen setze der Entwurf auf neue Einnahmequellen, ohne bestehende Haushaltslücken oder die Schuldenrückführung anzugehen.
Steiger kritisierte zudem das Fehlen struktureller Reformen zur Wachstumsförderung. Der Haushalt biete "viele Ideen für neue Einnahmen, aber kaum Einsparungen", so sein Vorwurf.
Derweil warf der DGB der Regierung vor, den Sozialstaat auszuhalten. Stefan Körzell, Mitglied im DGB-Bundesvorstand, nannte den Haushaltsentwurf "einen Rundumschlag gegen den Sozialstaat". Er warnte, dass in fast allen Bereichen – mit Ausnahme der Verteidigung – Sparmaßnahmen verhängt würden. Der Plan "schüre weitere Unsicherheit" und schwäche die wirtschaftliche Erholung.
Der Haushaltsrahmen stößt damit bei Vertretern aus Wirtschaft und Arbeitnehmerschaft auf breite Ablehnung. Kritiker verweisen auf ungelöste Finanzierungslücken, aufgeschobene Schuldenrückzahlungen und das Fehlen wachstumsorientierter Reformen. Wie die Regierung auf diese Bedenken reagiert, wird die weiteren Schritte bis zur endgültigen Verabschiedung entscheiden.






