Brandenburger Grundschule wird "Schule ohne Rassismus" – doch eine Klage droht
Tim RichterBrandenburger Grundschule wird "Schule ohne Rassismus" – doch eine Klage droht
Grundschule Bestensee in Brandenburg wird „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“
Die Grundschule Bestensee in Brandenburg soll künftig den Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ tragen. Die Entscheidung fiel nach einer Abstimmung mit hoher Beteiligung unter den Schulmitgliedern, doch sie hat auch eine Klage einer Elterninitiative ausgelöst. Brandenburgs Bildungsminister Steffen Freiberg hat die Schule öffentlich in ihrem Vorhaben unterstützt.
Die Schulleitung hatte vorgeschlagen, dem bundesweiten „Courage-Netzwerk“ beizutreten, um die Auszeichnung zu erhalten. Bei der Abstimmung stimmten 78 Prozent der teilnehmenden Mitglieder dafür – bei einer Wahlbeteiligung von 92 Prozent. Diese deutliche Zustimmung ebnete den Weg für die offizielle Verleihung des Titels.
Eine Elterninitiative lehnte den Plan jedoch von Anfang an ab. Ihr Gründer, ein Mitglied der rechtspopulistischen AfD, wirft dem Netzwerk vor, gegen das Neutralitätsgebot zu verstoßen. Der Initiator hat den Streit nun vor Gericht gebracht und beim Verwaltungsgericht Cottbus Klage eingereicht. Er fordert, dass die Behörde gezwungen wird, die Zusammenarbeit der Schule mit dem Netzwerk zu überprüfen.
Erst kürzlich hatte die Initiative „Schule ohne Rassismus“ einen Artikel veröffentlicht, in dem sie Schulen unterstützt, die AfD-Politiker von Veranstaltungen ausschließen. Unterdessen besuchte Bildungsminister Steffen Freiberg die Grundschule Bestensee, um seine Solidarität mit der Entscheidung der Schulleitung zu bekunden. Sowohl die Schule als auch die Bildungsbehörde wiesen die Bedenken des Vaters zurück.
Die Klage liegt weiterhin beim Verwaltungsgericht Cottbus. Der neue Status der Schule als „Schule ohne Rassismus“ ist bereits in Kraft getreten. Das Gericht wird nun entscheiden, ob die Bildungsbehörde in die Partnerschaft der Schule mit dem Netzwerk eingreifen muss.






