Benedikt Böhms emotionale Rückkehr in den Himalaya nach tödlichem Lawinenunglück
Tim RichterWeltrekorde in Lebensgefahr - Benedikt Böhms emotionale Rückkehr in den Himalaya nach tödlichem Lawinenunglück
Die Extrembergsteiger Benedikt Böhm und Sebastian Haag verschoben einst die Grenzen des Hochgebirgsalpinismus. Gemeinsam bestiegen sie Achttausender im Himalaya in Rekordzeit – und das ohne zusätzlichen Sauerstoff –, um anschließend mit Skiern wieder hinabzufahren. Ihre waghalsigen Unterfangen endeten 2014 tragisch, als Haag bei dem Versuch, einen weiteren Rekord aufzustellen, von einer Lawine verschüttet wurde.
Böhm und Haag galten als Pioniere eines kühnen, kompromisslosen Bergsteilstils. Sie bezwangen einige der höchsten Gipfel der Welt schneller als die meisten anderen Kletterer, allein gestützt auf ihre eigene Ausdauer. 2014 wollten sie innerhalb von nur sieben Tagen sowohl den Shishapangma als auch den Cho Oyu – beide über 8.000 Meter hoch – besteigen.
Am 24. September 2014 kam es dann kurz unter dem Gipfel des Shishapangma zur Katastrophe. Eine Lawine begrub Haag unter sich; Böhm musste hilflos mitansehen, wie sein Freund starb. Der Unfall beendete nicht nur ihren Rekordversuch, sondern markierte auch einen Wendepunkt in Böhms bergsteigerischer Laufbahn.
Die Dokumentation "Tödlicher Himalaya" setzte sich später mit Böhms Reflexionen über die Risiken der Rekordjagd auseinander. Sie blickt auf die frühen Erfolge mit Haag zurück und stellt sie der grausamen Realität jenes Tages am Shishapangma gegenüber.
Nun, mehr als ein Jahrzehnt später, plant Böhm die Rückkehr zu dem Berg, an dem einst alles begann. 2025 wird er den Muztagh Ata besteigen, einen 7.546 Meter hohen Gipfel im westlichen China, wo er und Haag einst ihren ersten Geschwindigkeitsrekord aufstellten.
Böhms Rückkehr zum Muztagh Ata wird ein bewegender Moment in seiner Karriere sein. Die Besteigung erfolgt Jahre nach dem Verlust Haags – einer Tragödie, die seine Einstellung zum Bergsteigen nachhaltig veränderte. Die Tour wird zugleich eine Hommage und eine persönliche Auseinandersetzung mit der Vergangenheit sein.






