Bayerische Metallbranche kämpft mit dramatischem Ausbildungsrückgang von 11 Prozent
Nico SchulzBayerische Metallbranche kämpft mit dramatischem Ausbildungsrückgang von 11 Prozent
Bayerische Metall- und Elektroindustrie verzeichnet drastischen Rückgang bei Ausbildungsverträgen
In Bayerns Metall- und Elektroindustrie ist die Zahl der neuen Ausbildungsverträge stark eingebrochen. Im vergangenen Jahr gingen die Abschlüsse in diesem Sektor um fast 11 Prozent zurück – auf knapp 14.000. Arbeitgeber warnen angesichts wachsender wirtschaftlicher und demografischer Herausforderungen vor weiteren Einbrüchen.
Im gesamtbayerischen Vergleich zeigt sich zwar ein weniger ausgeprägter, aber dennoch spürbarer Rückgang: Bis zum 30. September sanken die neuen Ausbildungsverträge um 1,1 Prozent auf rund 85.000. Gleichzeitig gaben fast die Hälfte aller Unternehmen (48,1 Prozent) an, zu wenige Bewerbungen zu erhalten, während 49,4 Prozent monierten, die Kandidaten verfügten nicht über die nötigen Qualifikationen.
Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der Arbeitgeberverbände Bayme und vbm, wies Vorwürfe zurück, Unternehmen würden sich aus der Ausbildung zurückziehen. Stattdessen nannte er die anhaltende wirtschaftliche Schwäche und den demografischen Wandel als Hauptgründe. Im Handwerk hielt sich der Rückgang bei den Ausbildungszahlen dagegen in Grenzen.
Zur bayerischen Metall- und Elektrobranche zählen Großkonzerne wie Siemens, BMW, Audi und Airbus. Trotz ihrer Präsenz bleibt die Lage angespannt. Für das laufende Jahr rechnen Arbeitgeber mit einem weiteren Rückgang der Ausbildungsverträge um acht Prozent.
Brossardt kritisierte zudem die hohen Standortkosten in Deutschland. Er forderte die Bundesregierung auf, geplante Reformen zügig umzusetzen, um die Belastung für Unternehmen zu verringern.
Der Rückgang bei den Ausbildungsplätzen spiegelt die übergeordneten wirtschaftlichen und demografischen Probleme wider. Angesichts sinkender Bewerberzahlen und schwierigerer Rahmenbedingungen steht Bayerns Industrie vor einer ungewissen Zukunft. Die Arbeitgeber drängen auf politische Maßnahmen, um den Trend umzukehren.






