Anna Netrebko feiert umstrittenes Comeback an der Berliner Staatsoper
Amelie BrandtAnna Netrebko feiert umstrittenes Comeback an der Berliner Staatsoper
An der Berliner Staatsoper feierte eine Neuinszenierung von Un ballo in maschera Premiere – mit der Sopranistin Anna Netrebko in der Hauptrolle. Die Vorstellung löste sowohl begeisterten Applaus als auch Proteste vor dem Opernhaus aus. Rund 50 Demonstranten versammelten sich mit ukrainischen Fahnen, um ihren Widerstand zum Ausdruck zu bringen.
Netrebko, ein gefeierter russisch-österreichischer Opernstar, steht seit Jahren in der Kritik. Ihre angeblichen Verbindungen zu Russlands Präsident Wladimir Putin und frühere Äußerungen zum Ukraine-Krieg hatten für Gegenwind gesorgt. Dennoch kehrte sie für das Weihnachtsprogramm auf die Bühne der Staatsoper zurück.
Die Staatsoper Unter den Linden brachte Giuseppe Verdis Un ballo in maschera mit Netrebko in der Rolle der Amelia auf die Bühne. Das Publikum im Saal begrüßte sie mit begeistertem Beifall. Die Produktion markiert einen weiteren Auftritt der Sopranistin, die in den vergangenen Jahren bereits mehrmals an diesem Haus gastierte.
Draußen hielten Demonstranten Plakate hoch und skandierten Parolen wie "Keine Bühne für Putin-Unterstützer" und "Russland ist ein Terrorstaat". Die Kundgebung spiegelte die anhaltende Kritik an Netrebko wider, die nach Russlands Invasion in der Ukraine 2022 zahlreiche Absagen hinnehmen musste. Renommierte Häuser wie die Metropolitan Opera in New York und die Wiener Staatsoper beendeten die Zusammenarbeit mit ihr, nachdem sie sich zunächst mehrdeutig zum Krieg geäußert hatte.
Netrebko distanzierte sich später vom Konflikt, und ihre Vertreter behaupten, sie habe den Krieg verurteilt. Die 50-Jährige, die 2021 ihren Geburtstag im Moskauer Kreml feierte, besitzt sowohl die russische als auch die österreichische Staatsbürgerschaft. Ihre Rückkehr auf die Berliner Bühne erfolgt nach Jahren beruflicher Rückschläge und öffentlicher Kritik.
Die Vorstellung in Berlin fand trotz der Proteste statt. Netrebskos Rolle in Un ballo in maschera bleibt Teil des Weihnachtsprogramms der Staatsoper. Die Aufführung unterstreicht die anhaltende Debatte über Künstler mit vermeintlichen politischen Verbindungen im Zuge des Ukraine-Kriegs.






