03 April 2026, 08:08

AfD zerrissen: Machtkampf zwischen NATO-Befürwortern und Russland-Freunden eskaliert

Gemälde, das eine Schlachtszene mit Männern in Militäruniformen zeigt, einige halten Gewehre, mit der Inschrift "Sturm der Russen auf Przemysl" unten.

AfD zerrissen: Machtkampf zwischen NATO-Befürwortern und Russland-Freunden eskaliert

Ein erbitterter innerparteilicher Streit über die Außenpolitik reißt die rechtspopulistische AfD in Deutschland auseinander. Die Auseinandersetzung spaltet die Partei in ein pro-westliches Lager und eine Fraktion, die engere Bindungen an Russland sowie den Abzug der US-Truppen aus Deutschland fordert. Aktuelle Konflikte haben tiefe Gräben offenbart – mit Vorwürfen innerparteilicher Säuberungen und öffentlichen Widersprüchen zwischen führenden Funktionären.

Ausgelöst wurde der Streit, als der AfD-Co-Vorsitzende Tino Chrupalla in einer Rede Anfang April in Sachsen den Abzug der US-Streitkräfte aus Deutschland forderte. Seine Äußerungen, in denen er auch den früheren US-Präsidenten Donald Trump kritisierte, stießen bei den NATO-befürwortenden Mitgliedern auf sofortige Ablehnung. Rüdiger Lucassen, verteidigungspolitischer Sprecher der AfD, warf dem russlandfreundlichen Flügel um Björn Höcke vor, ihn wegen seiner Haltung zu den westlichen Bündnissen aus der Partei drängen zu wollen. Lucassen, von Kritikern spöttisch als "NATO-Junge" bezeichnet, betont, Russland bleibe die größte Bedrohung für die östliche NATO-Flanke.

Auch der Bundestagsabgeordnete Maximilian Krah geriet öffentlich mit Chrupalla aneinander und argumentierte, Deutschland brauche "starke Partner" wie die USA. Die AfD-Politikerin Beatrix von Storch warnte, ein Abzug der amerikanischen Truppen würde das Land nuklearen Bedrohungen schutzlos aussetzen. Unterdessen verfasste der Verteidigungsexperte Hannes Gnauck während des Iran-Konflikts 2026 eine pro-amerikanische Pressemitteilung – doch die Parteispitze um Alice Weidel und Chrupalla blockierte deren Veröffentlichung.

Der Konflikt beschränkt sich längst nicht mehr auf die Außenpolitik. Martin Sellners umstrittene "Remigrations"-Pläne werfen weiterhin Schatten auf die Partei, während einige Mitglieder die Führung auffordern, diese klar zu verwerfen. Krah behauptet, die extremen Positionen der AfD – sowohl in der Innen- als auch in der Außenpolitik – hätten den "Cordon sanitaire", die politische Ächtung durch andere Parteien, weiter zementiert. Kritiker warnen nun vor einer möglichen Spaltung, sollte es der Führung nicht gelingen, die internen Machtkämpfe einzudämmen.

Die AfD-Spitze steht unter Druck, die Krise zu lösen. Chrupallas Forderung nach einem Abzug der US-Truppen hat eine Partei offenbart, die zwischen pragmatischen NATO-Befürwortern und russlandnahen Hardlinern gespalten ist. Ohne eine klare Lösung, so die Einschätzung von Beobachtern, könnte der interne Zwist den Zusammenhalt der Partei vor künftigen Wahlen weiter schwächen.

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