31 May 2026, 12:08

Zwei Jobs reichen nicht: Warum junge Berufstätige in Deutschland immer mehr arbeiten müssen

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Zwei Jobs reichen nicht: Warum junge Berufstätige in Deutschland immer mehr arbeiten müssen

Immer mehr junge Berufstätige in Deutschland sind auf mehrere Jobs angewiesen, um über die Runden zu kommen. Steigende Mieten, stagnierende Löhne und wirtschaftliche Unsicherheit zwingen viele in ein Dasein, das Expert:innen als Mehrfachbeschäftigung bezeichnen – also das gleichzeitige Ausüben von zwei oder mehr Tätigkeiten. Für eine Autorin bedeutet diese Realität 60-Stunden-Wochen und ständige Erschöpfung, während sie trotzdem kaum die grundlegenden Lebenshaltungskosten stemmen kann.

Die Schriftstellerin, die seit einem Jahr zwei Teilzeitstellen in Redaktionen parallel manages, nimmt zusätzlich freiberufliche Aufträge an, um finanziell über die Runden zu kommen. Beide Jobs basieren auf befristeten Verträgen – ein Abbild des größeren Trends zur Arbeitsplatzunsicherheit, da Unternehmen im Zuge von Wirtschaftskrisen und zunehmender Automatisierung Personal abbauen. Trotz der hohen Arbeitsbelastung reichen ihre Einnahmen kaum für die Miete – ein Problem, das viele teilen, denn die Wohnkosten in Großstädten haben sich im letzten Jahrzehnt fast verdoppelt. Allein in Berlin sind die Mieten seit 2014 um 69 Prozent gestiegen.

Ihr Schicksal ist kein Einzelfall. Eine Umfrage des Bildungsdienstleisters Academized aus dem Jahr 2025 ergab, dass jede zweite Person zwischen 26 und 41 Jahren mindestens einen Nebenjob ausübt. Auch die Anzahl der Teilzeitstellen ist explodiert: Seit 2020 stieg sie um fast 69 Prozent, da Arbeitgeber:innen zunehmend auf kurzfristige, flexible Verträge statt auf Festanstellungen setzen. Selbst wer in Vollzeit beschäftigt ist, kommt oft mit dem Gehalt kaum aus – es reicht gerade so zum Überleben, während die Aussichten auf eine sichere Rente schwinden.

Besonders hart trifft die Krise junge Frauen. Anfang 2026 erreichte die Arbeitslosigkeit unter Akademikerinnen einen Rekordwert, sodass viele in prekäre Beschäftigungsverhältnisse gedrängt werden. Noch vor einigen Jahren reichte für die Autorin ein Teilzeitjob, um die Miete zu zahlen – heute wäre selbst ein Vollzeitgehalt nicht ausreichend. Schlafmangel ist zu einem Dauerzustand geworden, denn 50- bis 60-Stunden-Wochen lassen kaum Raum für Erholung oder Privatleben.

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Der Trend zur Mehrfachbeschäftigung offenbart die tiefgreifenden wirtschaftlichen Belastungen, denen die deutsche Mittelschicht ausgesetzt ist. Angesichts explodierender Mieten, stagnierender Löhne und schwindender Jobgarantien fügen immer mehr Menschen mehrere Einkommensquellen zusammen, um nicht abzurutschen. Für die Autorin – und unzählige andere – heißt das vorerst: noch mehr arbeiten, in dem Wissen, dass selbst zwei Jobs keine Sicherheit bieten.

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